Unternehmerin verärgert: Polizei stand im Geschäft. Die Anmeldung auf einer Internet-Seite, die Betriebe listet, die den 3G-Nachweise nicht kontrollieren, bescherte einer Hollabrunnerin Behördenkontrolle.

Von Sandra Frank. Erstellt am 16. Juli 2021 (05:33)
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Die Seite animap listet die Betriebe, die sich registriert haben, nach Regionen gegliedert auf.
animap/Screenshot

„Ich habe die Idee dahinter grundsätzlich gut gefunden“, sagt eine Unternehmerin, die in Hollabrunn lebt und in Korneuburg ein Geschäftslokal hat und sich auf der Internet-Seite animap.at angemeldet hat.

Hier sind Betriebe zu finden, die darauf verzichten, die 3G-Nachweise zu kontrollieren. Etwa drei Wochen, nachdem sich die Dienstleisterin registriert hatte, bekam sie in ihrem Geschäft Besuch von zwei Polizisten.

„Sie haben gewusst, dass ich auf animap registriert bin“, sagt die Frau, die anonym bleiben möchte, um nicht noch mehr zur Zielscheibe zu werden, wie sie sagt. Die Polizisten hätten ihr mitgeteilt, dass sie im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft alle Firmen überprüfen müssten, die auf dieser Seite angeführt sind. Der Beamte verwarnte die Hollabrunnerin nur, sagte ihr aber, dass sie mit einer Anzeige rechnen müsse, wenn sie weiterhin auf der Seite bleibt.

„Sogar die Kundin, die bei dem Polizeibesuch gerade im Geschäft war, hat sich echauffiert.“ Unternehmerin aus Hollabrunn, die anonym bleiben will

„Außerdem haben sie mir geraten, mich wieder abzumelden“, erinnert sich die Unternehmerin, die in ihrem Geschäft keine Maske trug, als es noch vorgeschrieben war. „Ich bin ein EPU. Ich mach’ mir das mit meinen Kunden individuell aus.“ Sie könne ohnehin nur einen bedienen.

„Sogar die Kundin, die bei dem Polizeibesuch gerade im Geschäft war, hat sich echauffiert, dass die Polizei so vorgegangen ist“, erinnert sich die Unternehmerin. Die Kundin war doppelt geimpft und getestet, sah die Verwarnung dennoch als Eingriff in die Meinungsfreiheit.

„Ich werde mich vorerst nicht abmelden und schau’ einmal, wie es weitergeht“, erklärt die Unternehmerin im NÖN-Gespräch.

Auf Nachfrage bestätigt Thomas Krenhuber, Stellvertreter der Bezirkshauptfrau in Korneuburg, dass die BH den Auftrag gab, die Unternehmer zu überprüfen, die auf besagter Seite aufscheinen.

Strafrahmen bei bis zu 3.600 Euro

„Die Seite versteht sich als Branchenregister für Unternehmen, die die 3G-Regelung nicht kontrollieren wollen“, schildert Krenhuber. Darum liege „der Verdacht einer strafbaren Handlung sehr nahe“ und es sei die Verpflichtung der Behörde, dem nachzugehen. Das sei aber nicht nur im Bezirk Korneuburg so, sondern in ganz Österreich. Der nächste Schritt nach einer Verwarnung ist die Anzeige. „Der Strafrahmen liegt hier bei bis zu 3.600 Euro – das tut weh“, weiß Krenhuber.

Gegen Unternehmen, die auf animap registriert sind, gab es bisher keine Anzeigen. „In der Gastro wurden einige Strafverfahren eingeleitet“, spricht er von zwölf Anzeigen wegen Übertretung der Covid-Bestimmungen im Jahr 2021.