Kultur in der Krise: „Wir werden nicht allein gelassen“. Der Hollabrunner Sänger, Schauspieler und Entertainer Werner Auer muss sich auch als Intendant und Chef des NÖ Theaterfests mit Corona auseinandersetzen.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 25. März 2020 (06:42)

Noch ist Werner Auer zuversichtlich: „Ich hoffe, dass die beiden geplanten Abende am 24. und 25. April im Konzerthaus Weinnviertel mit meinen Kollegen Andy Lee Lang und Lucas Babuder und unserer Music & Comedyshow „Three Magic Voices" über die Bühne gehen können.“ Das Ziersdorfer Konzerthaus ist aber vorerst bist 13. April geschlossen. 

Der beliebte Hollabrunner Sänger hat an mehreren Fronten mit dem Corona-Virus zu kämpfen: Er ist nämlich Intendant der Felsenbühne Staatz, wo ab 24. Juli „Sister Act“ über die eindrucksvolle Freiluft-Bühne gehen soll. Und als Obmann des NÖ Theaterfests hat er es mit 19 Intendanten-Kollegen zu tun, die ebenfalls um ihre Produktionen im Sommer bangen.

Die NÖN sprach mit Werner Auer wie er die gegenwärtige Krise beruflich und persönlich managt und welche Perspektiven er für die Zukunft sieht.

NÖN: Wie planen Sie für die Felsenbühne Staatz in der gegenwärtigen Corona-Krise?
Werner Auer:
Derzeit laufen alle Vorbereitungen wie geplant und ich hoffe - und rechne damit -, dass die Maßnahmen der Regierung soweit greifen, dass einem geordneten Spielbetrieb nichts im Wege steht. Ich möchte es aber nicht versäumen, auf diesem Weg alle Bürger eindringlich zu bitten, die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ernst zu nehmen und einzuhalten! Es geht nicht nur um unseren Spielbetrieb, es geht um sehr viele Menschen und deren Existenzen.

Wie gehen Sie als Chef des Theaterfests mit der Situation um?
Ich bin in ständigem Kontakt mit der Kulturabteilung des Landes NÖ. Wir versuchen hier, alle organisatorischen und koordinativen Aufgaben gemeinsam zu bewältigen. Das Theaterfest NÖ dient in dieser Situation auch als Koordinations- und Anlaufstelle für unsere Sommerbühnen.

Kann man schon sagen, wie das Finanzielle geregelt werden wird?
Nachdem wir derzeit nicht mit einer totalen Absage der Festspielsaison rechnen, kann man noch keine Kosten abschätzen. Seitens des Landes wurde uns aber zugesichert, dass die Bühnen auch in Ausnahmesituationen nicht alleine gelassen werden und mit Unterstützungen und Hilfe des Landes NÖ rechnen dürfen.

Wie geht es einem als Entertainer, jetzt zu Hause bleiben zu müssen?
Natürlich ist es ungewohnt, wochenlang nicht auf der Bühne stehen zu dürfen, aber ich nütze die Zwangspause für die Vorbereitungsarbeiten an meinen Sommermusical-Produktionen in Staatz und in Schiltern. Und für die Aufarbeitung schon wochenlang aufgeschobener Büroarbeiten.

Natürlich ist es ungewohnt, wochenlang nicht auf der Bühne stehen zu dürfen

Wird es von Ihnen auch ein Online-Konzert geben?
Das habe ich derzeit nicht geplant, da für mich Live-Publikum einen wesentlichen Faktor des Konzerterlebnisses darstellt. Wer mich unbedingt hören mag, hat ja mittels meiner zahlreichen Tonträger die Möglichkeit, mich ins Wohnzimmer zu holen.

Welche Folgen wird das Virus Ihrer Meinung nach für die lokale Kulturszene haben?
Ich denke und hoffe, dass die Bevölkerung nach der wochenlangen kulturellen Aushungerung vermehrt Lust auf Konzerte, Theater und Kultur haben und wieder zu den zahlreichen Veranstaltungen strömen wird. Gerade für die vielen freischaffenden Künstler ist es enorm wichtig, neben Publikum  wieder zu Einnahmen zu kommen. Das kulturelle Leben, und damit auch die Einnahmequellen, sehr vieler Künstler sind ja quasi über Nacht auf null geschrumpft, die Fixkosten laufen aber weiter. Also bitte besuchen Sie wieder Veranstaltungen und helfen Sie damit den heimischen Kulturschaffenden!