Landeplatz bei Klinikum: Lösung im Anflug?

SPÖ will Aufklärung, ÖVP-Bürgermeister will vermitteln, damit der Landeplatz im Spital Hollabrunn weiter benützt werden kann.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:53
Lesezeit: 2 Min
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Landeplatz ohne Landeerlaubnis? Das SPÖ-Quartett Stefan Hinterberger, Anton Krammer, Rudolf Silvan und Friedrich Dechant fordert eine Lösung und Aufklärung.
Foto: Sandra Frank

Ein Bauprojekt beim Krankenhaus wird dazu führen, dass – dem Vernehmen nach aufgrund des Einflugwinkels – kein Hubschrauber mehr am Landeplatz des Klinikums landen darf. So zumindest die Ansicht eines Sachverständigen. Die Landeskliniken-Holding strengte ein Gerichtsverfahren gegen den Besitzer des Nachbargrundstücks an. Bislang erfolglos. Die SPÖ kritisiert nun die Verantwortlichen von Gemeinde und Land. ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky will vermitteln.

„Der Verlust eines Hubschrauberlandeplatzes, der direkt an das Landesklinikum anschließt, wäre ein Rückschritt in der Akutversorgung der Bevölkerung“, sagt SPÖ-Stadtrat Friedrich Dechant. Mit seinem Gemeinderatskollegen Anton Krammer, der knapp 30 Jahre im Spital arbeitete, sowie dem stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Stefan Hinterberger fordert er den zuständigen ÖVP-Landesrat Stephan Pernkopf auf, „alle notwendigen Mittel zu ergreifen, um den Hubschrauberlandeplatz in Hollabrunn zu sichern“.

„Wollen wissen, ob alles unternommen wurde …“

„In der Akutversorgung von Notfall- bzw. Unfallpatienten zählt jede Sekunde“, unterstützt SPÖ-Nationalratsabgeordneter Rudolf Silvan seine Genossen. Ein zusätzlicher Verladevorgang wäre nicht nur aus Zeitgründen kritisch, sagt der ehemalige Landesstellenleiter der Allgemeinen Unfallversicherung (AUVA) für Wien, NÖ und das Burgenland. „Wir wollen auch geklärt wissen, ob im Vorfeld seitens des Landes NÖ und der Stadtgemeinde Hollabrunn alles Notwendige unternommen worden ist, um den Landeplatz dauerhaft zu sichern“, sagt Hinterberger.

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Bemüht sich um Termin: Stadtchef Babinsky (ÖVP).
Foto: WK

„Im November 2020 wurde das geplante Bauprojekt genehmigt. Im Februar 2021 wurde eine Berufungsentscheidung im Stadtrat behandelt“, berichtet Dechant. „Die Gemeinde hätte bereits vor der Bewilligung mit dem Bauwerber und dem Land eine für alle Seiten akzeptable Lösung finden müssen“, meint Krammer. Dechant enthielt sich in der Berufungsentscheidung seiner Stimme. „Ich habe damals bereits geahnt, dass hier sowohl Gemeinde als auch Land versagt haben“, sagt er.

Im Land wird betont, dass natürlich alles unternommen werde, um Hubschrauberlandungen weiter und dauerhaft zu ermöglichen. Für Stadtchef Alfred Babinsky ist klar, dass jetzt einmal alle Beteiligten an einen Tisch müssen. „Ich bin dabei, hier einen Termin zu vereinbaren.“

Ein Fehler der Gemeinde liege jedenfalls nicht vor, betont der Bürgermeister: „Die Baubehörde muss gesetzeskonform handeln und das hat sie getan, wie auch das Gericht bestätigt hat.“ Doch es gehe auch gar nicht darum, einen Schuldigen zu suchen, sondern eine Lösung zu finden. Daran sei natürlich der Besitzer des Grundstücks, das bebaut werden soll, ebenso interessiert.