Lanze für die Grippe-Impfung: „Jetzt umso wichtiger“. Der Hollabrunner Allgemeinmediziner Gunther Leeb weist darauf hin, dass weniger Grippekranke wichtige Ressourcen des Gesundheitssystems frei halten würden.

Von Christoph Reiterer und Franz Enzmann. Erstellt am 23. September 2020 (04:39)
Ärztin IsabellaJassek-Woniafka mit Patient Michael Kernstock, der wiederzur Grippeschutzimpfung kommen will.
Enzmann

Das Zuspitzen der Corona-Situation mache es umso wichtiger, heuer möglichst viele Menschen gegen Influenza zu impfen, sagt der Hollabrunner Allgemeinmediziner Gunther Leeb, „da die Symptome von Covid-19 und Influenza ja sehr ähnlich verlaufen können“. Außerdem könne durch eine hohe Zahl an Menschen, die gegen Influenza geschützt sind, die Kapazität des Gesundheitssystems während der Corona-Pandemie geschont werden – „und das wird in den nächsten Monaten sehr wichtig sein“.

Impfbereitschaft hielt sich bislang inGrenzen, sagt Gunther Leeb.
privat

Dass es auf die Influenza-Impfung einen gewaltigen, noch nie da gewesenen Ansturm gibt, bestätigt Leeb. Erstmals habe er in seiner Ordination eine Reservierungsliste für die Grippeimpfung angelegt.

Ist ausreichend Impfstoff vorhanden? „Erfreulicherweise habe ich bereits im Frühjahr vorgesorgt und ein großes Impfstoff-Kontingent vorbestellt, sodass ich meine Patienten ausreichend versorgen werde können“, erklärt der Mediziner. Österreichweit werde es mit dem vorhandenen Impfstoff aber wohl leider sehr knapp.

Ganz allgemein forciere er seit vielen Jahren die Influenza-Impfung für alle Altersklassen, sagt Leeb. Besonders wichtig sei diese jährlich vor allem für chronisch Kranke und Menschen ab dem 60. Lebensjahr. Aber: „Die Impfbereitschaft in unserer Region deckt sich eigentlich mit der leider nicht sehr hohen Durchimpfungsrate in Österreich von acht bis zehn Prozent.“

„Die Impfbereitschaft in unserer Region deckt sich eigentlich mit der leider nicht sehr hohen Durchimpfungsrate in Österreich von acht bis zehn Prozent.“Gunther Leeb

So sei zu hoffen, dass die heurige große Nachfrage einen nachhaltigen Effekt hat. „Auch die Corona-Schutzimpfung, die ja im ersten Halbjahr 2021 beginnen wird, sollte die Menschen wieder von der enormen Wichtigkeit von Impfungen überzeugen und in diese Richtung sensibilisieren“, so der Hollabrunner Arzt, der betont: „Impfungen gehören zweifelsfrei zu den absolut größten Errungenschaften der modernen Medizin!“

Die Pernersdorfer Hausärztin Isabella Jassek-Woniafka bemerkt ebenfalls eine verstärkte Nachfrage nach einer Grippeschutzimpfung. „Es wurde den Menschen ja auch besonders empfohlen. Ich habe vorsorglich die doppelte Menge in der Apotheke bestellt“, hofft sie, mit dem Vorrat auszukommen.

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