Livia Ernst: Nähen statt Anatevka. Eigentlich sollte sie jetzt spielen, singen und moderieren. Der Lockdown verschaffte der quirligen Hollabrunnerin Livia Ernst viel Freizeit. Diese widmet sie dem Handarbeiten.

Von Ulrike Grünauer. Erstellt am 22. November 2020 (04:02)

Eigentlich hätte die 14-jährige Livia Ernst, die leidenschaftlich gerne tanzt, schauspielert und singt, gerade ein straffes Programm an Aktivitäten geplant gehabt: Bis kurz vor dem Soft-Lockdown vor zwei Wochen war sie noch Teil des Ensembles von „Anatevka“ an der Bühne Baden.

Zusätzlich hätte sie im November die Hauptrolle im Musical „Annie“ gespielt und die Benefizveranstaltung „Stimmen gegen Krebs“ moderiert. Doch all das musste vorerst aus bekannten Gründen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Das ist für die lebhafte Hollabrunnerin besonders bitter.

„Viele sehen das Theater als Unterhaltung, vergessen aber darauf, dass die Maßnahmen neben den Schauspielern auch andere Jobs, wie Bühnentechniker oder Maskenbildner, betreffen“, ist der jungen Künstlerin wichtig zu betonen. Auf diese Problematik wird auch in den sozialen Netzwerken mit bestimmten Kampagnen wie „Ohne Kunst und Kultur wird’s still“ aufmerksam gemacht.

Tanzstunden im "virtuellen Raum"

Doch immerhin finden teilweise ihre Tanzstunden vom Performing Center Austria in Wien im virtuellen Raum statt. Auch wenn das ein kleiner Trost ist, vermisst die Schülerin das Tanzen mit ihren Freundinnen. Die gemeinschaftliche Aktivität fehlt ihr einfach, wenn sie ohne ihre Gruppe im Wohnzimmer tanzt.

Großer Lichtblick sind nun die Meisterschaften in Musical & Showdance, die aus heutiger Sicht für April 2021 anberaumt sind. Auf dieses Ziel wird bereits hingearbeitet – so gut es eben über Online-Unterricht geht. „Es macht natürlich viel Spaß und ich bin froh, dass es die Möglichkeit dieser Fernkurse gibt. Trotzdem stellen sie keinen Ersatz dar“, findet sie.

Handarbeit bringt Abwechslung

Abwechslung im Lockdown findet Livia allerdings nicht nur in sportlicher Betätigung wie beim Home-Workout, sondern auch in der Handarbeit: Schon im ersten Lockdown hat sie das Häkeln und Nähen für sich entdeckt und Stoffmasken für ihre Familie und Freunde hergestellt.

Kurz vor dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens hat das Multitalent noch eine für sie völlig neue Erfahrung machen dürfen: Für „Ausgetrickst“, eine Zaubershow, die freitags im ORF ausgestrahlt wird, war sie neben Andi Knoll als Synchronsprecherin im Einsatz. „Das war eine coole Erfahrung im Tonstudio“, strahlt Livia.

Es gelingt ihr trotz der Enttäuschungen, die die Pandemie mit sich bringt, motiviert in die Zukunft zu blicken: „Wir wissen zwar noch nicht, wann es wieder so sein wird, aber es wird wieder Veranstaltungen und Wettkämpfe geben. Darauf möchte ich jetzt schon so gut wie möglich hintrainieren!“