Mareiner spricht über FPÖ-Austritt.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 01. Dezember 2017 (13:37)
NÖN
Mareiner versus Lausch: Weiterer FPÖ-Austritt in Hollabrunn.

Nachdem Gemeinderat Johann Mareiner am Dienstag der FPÖ den Rücken gekehrt und bereits mit den NEOS kokettiert hatte, hagelte es heftige Kritik von Bezirksparteichef Christian Lausch, der von Verrat und Erpressung sprach ( NÖN.at berichtete, siehe hier und unten). Im NÖN-Gespräch nahm Mareiner nun persönlich Stellung – und gab sich vornehm zurückhaltend.

„Wenn er jetzt glaubt, dass er den großen Macker spielen muss – soll er.“Mareiner über Christian Lausch

„Zunächst möchte ich der FPÖ-Landesgeschäftsstelle und den Mitgliedern meinen Dank aussprechen“, betonte der 46-Jährige, dass er viele positive Erfahrungen gemacht habe. Mit der Führung in Hollabrunn wolle er aber nichts mehr zu tun haben.

Dass Christian Lausch derart angriffig auf seinen Abschied reagiert hat, sei nicht unerwartet, sagt Mareiner. Das liege einzig und allein daran, dass er der FPÖ den Gemeinderatssitz nicht überlässt. „Hätte ich das getan, hätte man mich hinausgelobt.“

Was sagt er aber nun zu den Anschuldigungen des Bezirksvorsitzenden, dass er die FPÖ hintergangen hätte und nur auf einen Platz im Landtag aus war? „Da steh‘ ich drüber! Es ist nicht mein Ziel, jemanden durch den Schmutz zu ziehen. Er weiß genau, worum es geht. Wenn er jetzt glaubt, dass er den großen Macker spielen muss – soll er. Die Leute, die mich kennen, wissen, dass ich nicht so bin. Und das ist mir mehr wert.“

Für ihn sei jedenfalls klar, so Mareiner, dass er für seine Wähler bis zum Ende der Gemeinderatsperiode weitermacht. Doch 2020 sei schnell da und deshalb habe er bereits einige Gespräche geführt. „Alleine habe ich ja keine Chance.“ Beim Gespräch mit NEOS-Mandatarin Ulrike Vojtisek-Stuntner sei er wohl gesehen worden. „Mit wem ich mich treffe, ist aber immer noch meine Sache und da bin ich Christian Lausch am wenigsten Rechenschaft schuldig.“

Aus aus Gemeindevertreterverband ausgetreten

Am Freitag trat Mareiner übrigens auch aus dem Gemeindevertreterverband der FPÖ aus, womit die Blauen nun auch um Schulungsgeld umfallen. Der Familienvater aus Altenmarkt im Thale schloss sich stattdessen der Bürgerlisten-Bewegung an. Gemeindepolitisch wolle er auf jeden Fall aktiv bleiben, nachdem er erst 2015 erstmals in den Gemeinderat eingezogen ist.

„Ein bisserl enttäuscht“ war Mareiner, dass sich ein Monat lang auch von der blauen Landespartei niemand auch nur kurz bei ihm gemeldet hat, obwohl die internen Probleme in Hollabrunn längst bekannt waren und er einen guten Draht zu Walter Rosenkranz hatte. „Irgendwann muss man dann einen Schlussstrich ziehen.“ Das hätte er im Übrigen auch im Jänner, mitten im Wahlkampf, machen können. „Das wäre für die FPÖ sicher schlimmer gewesen.“

Als Verräter fühle er sich jedenfalls nicht. „Warum sollte ich ein Verräter sein, nur, weil ich austrete? Christian Lausch kann jeden Tag etwas Negatives über mich sagen. Das kratzt mich nicht.  Ich habe ihm nichts getan. Er muss meine Entscheidung akzeptieren.“