Mösenbacher Bau: Es geht weiter!

Nach der Insolvenz der Mösenbacher Bau GmbH in Hollabrunn ist die Kehrtwende eingeleitet. „Wir kämpfen wie die Löwen“, sagt der Geschäftsführer.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 05:13
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„Bei 43 Euro pro Stunde sind Stehzeiten tödlich“, erklärt Rudolf Mösenbacher, wie es zur finanziellen Schieflage kommen konnte.
Foto: NÖN-Archiv

Im Spätsommer wurde bekannt, dass die Mösenbacher Bau GmbH in Hollabrunn ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingeleitet hat. In der Tagsatzung wurde nun festgelegt, dass das Unternehmen fortgeführt werden soll. In der zweiten Tagsatzung Ende November soll es grünes Licht für den Sanierungsplan geben.

„Die wirtschaftlichen Voraussetzungen passen“, ist Geschäftsführer Rudolf Mösenbacher erleichtert. Die Probleme hätten sich durch einen zweieinhalbmonatigen Corona-Stillstand im Jahr 2020 entwickelt. Die Schere zwischen hohen Personalkosten und nicht fertig gewordenen Baustellen wurde immer größer. Die schwere Verfügbarkeit von Baustoffen und explodierende Preise kamen obendrauf.

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„Die Nachfrage ist ja da und wir dachten, alles unter Kontrolle zu haben. Bei der Bilanz haben wir dann aber gesehen, dass das nicht so ist, und wir haben rasch die Handbremse gezogen, weil es in die falsche Richtung ging“, schildert Mösenbacher. Oder, wie er es ausdrückt: „Wir wollten nicht mit 200 km/h gegen die Wand fahren.“

Von 80 Firmen schafften es nur zehn

Masseverwalter Stephan Riel sei skeptisch gewesen. Von 80 insolventen Baufirmen hätten nur neun überlebt. Doch für Mösenbacher war klar: „Wir sind die zehnte!“ Der Baumeister dankt den Kunden, die der Firma trotz der Troubles die Stange halten, und betont: „Wir sind zuversichtlich und kämpfen wie die Löwen.“ Von über 40 Arbeitsplätzen wurden vorerst 25 erhalten.