Neue Lerntafel sucht noch ein Zuhause.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 18. September 2017 (09:06)
Frank

Im August wurde die „Hollabrunner Lerntafel“ als gemeinnütziger Verein gegründet, der sich mit seinem Lern- und Nachhilfeangebot an Kinder zwischen sechs und 14 Jahren aus sozial benachteiligten Familien richtet. Jetzt geht’s langsam an die Arbeit. Vorbild ist die vor sieben Jahren gegründete Wiener Lerntafel, die zur größten spendenfinanzierten, zivilgesellschaftlich unterstützten Lerninitiative Österreichs wurde.

Das Lern- und Nachhilfekonzept sieht sowohl Lerneinheiten als Einzelunterricht als auch Unterstützung bei Hausaufgaben oder Prüfungsvorbereitungen vor. „Dabei wollen wir den Unterricht in einem Großraum mit Raumteilern stattfinden lassen“, erklärt Zentrumsleiter Arnold Ehrenfeld. Somit würden gute Lernmöglichkeiten „ohne Türen“ entstehen, was den Beziehungsaufbau und die Integration fördere. Wichtig sei es, die Freude am Lernen zu vermitteln. Und es werden dezidiert nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund gefördert. Man rechnet mit einem ausgeglichenen Verhältnis.

Bereits mehrere Zusagen...

Für die ehrenamtlichen Lernhelfer, die meist keine ausgebildeten Pädagogen sind, werden Fortbildungen organisiert, sodass rasch ein schülergerechter Unterricht stattfinden kann. „Hierzu haben wir bereits Zusagen von mehreren Experten wie Cäcilia Kaltenböck, Peter König oder Stefan Unterberger erhalten“, betont Ehrenfeld.

Lehrer, die Bedarf an derartiger Unterstützung in einer ihrer Klassen sehen, können sich an die Lerntafel wenden. Gesucht wird noch nach einem geeigneten fixen Standort. Auch die Rekrutierung der Lernhelfer ist noch im Gange. Zeitlich sollten zumindest drei Stunden pro Woche und Kind investiert werden. „In Simmering arbeiten 250 Ehrenamtliche für 500 Kinder. Das bringt der Stadt Wien eine Ersparnis von einer Million Euro pro Jahr“, erzählt Ehrenfeld.

Weil Hollabrunn eine Schulstadt mit nahezu 6.000 Kindern aus nah und fern ist, sei es ein sehr guter Ort für ein solches außerschulisches soziales Engagement, meint der Zentrumsleiter. „In den Pflichtschulen sind heuer schätzungsweise 1.500 Kinder und Jugendliche. Wenn wir von einem unterstützungsnotwendigen Prozentsatz von 10 bis 15 Prozent ausgehen, werden wir längerfristig rund 150 bis 175 Schüler zur Lernunterstützung haben.“ Obmann der Hollabrunner Lerntafel ist IT-Unternehmer Josef Widl.