Niemand will Maurer-Stelle in Gemeinde

Die Leistung der „Gemeindehackler“ werde nicht wertgeschätzt, kommentiert Hollabrunner Stadtrat Friedrich Dechant fehlende Bewerbungen.

Christoph Reiterer
Christoph Reiterer Erstellt am 23. September 2021 | 06:06
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„Ordentlich entlohnen, nicht Paragraphen-reiten“, fordert SPÖ-Stadtrat Friedrich Dechant.
Foto: NÖN

„Die Leistungen von Arbeitern werden nicht genug wertgeschätzt“, sagt SPÖ-Stadtrat Friedrich Dechant. Denn während der AMS-Gehaltskompass für Maurer ein monatliches Einstiegsgehalt von brutto 2.390 Euro vorsieht, führt die Gemeinde in der aktuellen Stellenausschreibung für einen Maurer 1.856,20 Euro brutto im Monat an. „Kein Wunder, dass es bei der ersten Ausschreibung keine einzige Bewerbung gab“, kommentiert Dechant diesen Umstand.

Mehr Anerkennung für „Gemeindehackler“

Statt auf das NÖ Vertragsbedienstetengesetz zu verweisen, sollte man endlich angemessene Löhne besonders für Arbeiter in der Gemeinde zahlen, meint der SPÖ-Stadtparteichef: „Weniger Paragraphenreiter in der Bezahlung sein, sondern die Leistung der arbeitenden Gemeindehackler mehr anerkennen“, fordert er.

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„Relativ wenig Gestaltungsspielraum“, sagt Stadtamtsdirektor Franz Stockinger.
NÖN

Eine Forderung, die allerdings einen Haken hat, wie Stadtamtsdirektor Franz Stockinger auf NÖN-Nachfrage erklärt: Denn das erwähnte Gemeinde-Vertragsbedienstetengesetz gebe kaum Spielraum her, um die im AMS-Kompass angegebene Summe zu erreichen.

Es gibt Entlohnungsstufen und Gruppen, in die Bewerber entsprechend ihrer Ausbildung einzugliedern sind. Bei Facharbeitern, wie eben einem Maurer, ergeben sich damit (laut Paragraph 10) die 1.856,20 Euro.

Sonderzahlungen habe der Gemeinderat bereits beschlossen, doch generell müsse man sich eben im Schema bewegen, so Stockinger. „Sonst würden wir nicht ordnungsgemäß handeln.“ Um hier eine Änderung zu erreichen, müsste man an den Landesgesetzgeber herantreten.

Was allerdings noch ins Gewicht fällt: Vordienstzeiten von Gebietskörperschaften werden angerechnet, Vordienstzeiten aus der Privatwirtschaft allerdings nicht. Die Suche nach (erfahrenen) Mitarbeitern macht das freilich nicht leichter.