Pläne für Znaimerstraße präsentiert: Countdown zur nächsten Baustelle

Erstellt am 19. Januar 2022 | 05:39
Lesezeit: 4 Min
Der Umbau der Znaimerstraße in Hollabrunn startete im Frühjahr. Bis zur Ampelkreuzung wird künftig Tempo 30 gelten.
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„Das wird eine kleine Katastrophe, wenn die Stellplätze dort wegfallen.“ Dieser Satz einer Anrainerin fasste die Bedenken der Bewohner und Unternehmer vom Lothringerplatz entlang der Znaimerstraße bis zur Ampelkreuzung zusammen.

Dieser Straßenzug wird in zwei Abschnitten neu gestaltet. Die Pläne dazu wurden vergangene Woche im Stadtsaal präsentiert. Der Umbau der Znaimerstraße ist ein Stadterneuerungsprojekt mit Bürgerbeteiligung.

Martin Becker von Schneider Consult stellte die Variante vor, die umgesetzt werden soll: Es wird keinen eigenen Streifen für Radfahrer geben. Das Tempolimit bis zur Ampelkreuzung wird auf 30 km/h beschränkt. Dies reiche aus, dass Radfahrer gefahrlos unterwegs sein können. Außerdem wird die Fahrbahn nur noch etwas über sechs Meter breit sein. Es gibt einen Gehsteig mit zwei Metern Breite, Grünstreifen und eine große Grüninsel.

Begehung mit Anrainern noch vor Ostern

Stellplätze sind wechselseitig entlang der Fahrbahn geplant. Am Lothringerplatz wird es einen Minikreisverkehr geben. So kann eine maximale Anzahl von Parkplätzen bei geringer Versiegelung geschaffen werden, erklärt Becker. Gebaut wird in zwei Abschnitten. „Da ist die Belastung geringer“, erklärte Wolfgang Dafert, Leiter der Straßenbauabteilung in Hollabrunn.

Die Straßenmeisterei erstelle nun aus dem Gestaltungs- einen Bauplan. Noch vor Ostern soll es eine Begehung mit den Anrainern geben. „Da erklären wir ihnen, was genau vor ihrer Haustür passiert“, sagte Andreas Leeb von der Stadtgemeinde. Ende April wird mit dem Umbau der Znaimerstraße, die von Mitte Mai bis Ende August gesperrt sein wird, begonnen. 2023 wird der Lothringerplatz umgebaut.

Gehsteig: Zwei Meter sind absolutes Minimum …

Die Parkplätze, die es in der Znaimerstraße vor dem Küchenstudio derzeit gibt, werden eingespart. „Das wird uns töten“, sagt Bettina Gerstenbauer, der schon vor den Bauarbeiten graut. „Der August 2021 war sehr kräftezehrend“, sagt die Unternehmerin. Ihre Kunden mussten monatelang zwischen Baugeräten balancieren, Lieferungen waren oft nicht möglich oder problematisch.

„Das waren nicht wir“, entgegnete Dafert und versprach der Bäckerei-Besitzerin, dass sie sich vor Ort mit den Mitarbeitern der Straßenbauabteilung absprechen kann. „Wann immer eine Lieferung kommt, wird es möglich sein“, versprach er.

Eine Frage einer Anrainerin schmerzte Dafert sichtlich: „Müssen die Gehsteige unbedingt zwei Meter breit sein?“, fragte die Dame mit dem Hintergedanken, so vielleicht mehr Platz für Stellplätze zu schaffen. „Zwei Meter sind das absolute Minimum“, sagte der Straßenbauchef und gab zu, dass er gern breitere hätte.

„Wir wollen ja, dass auch unsere Kinder sicher auf dem Gehsteig gehen können“, sprach er von Postkästen, Laternen und Verkehrszeichen, die ebenfalls auf dem Gehsteig Platz finden müssen. Ein angenehmes und sicheres Gehen sei bei zwei Metern gerade noch möglich. „In den vergangenen 50 Jahren wurde daran gearbeitet, dass ohne Auto nichts mehr geht“, bedauerte er.

Grüne trauern einer Begegnungszone nach

Sein Bedauern äußerte auch Landtagsabgeordneter Georg Ecker (Die Grünen): „Es ist schade, dass eine Begegnungszone am Lothringerplatz nicht näher geprüft wurde.“ „Möglicherweise fehlt dazu noch der Mut“, gestand Dafert. Er sei eigentlich ein Fan von Begegnungszonen, aber: „Man muss die Verkehrsteilnehmer daran gewöhnen.“ Solche Zonen erfordern nämlich ein Maximum an Rücksichtnahme.

Ein weiterer Minikreisverkehr in der Bezirkshauptstadt wurde von den Anrainern kritisch beäugt. „Die Hollabrunner können damit mittlerweile perfekt umgehen“, gab Dafert zu, dass der Kreisverkehr im Kleinformat zunächst gewöhnungsbedürftig sei. Leeb bestätigte: Dort, wo in Hollabrunn solche „Minikreisel“ errichtet wurden, kam es maximal zu Unfällen mit Blechschäden, „aber zu keinen mehr mit verletzten Personen“. Und: „Sie sind sicher und funktionieren“, so Leeb, „Hollabrunn ist Vorreiter bei den Minikreisverkehren.“

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