Rotes Kreuz: Erstmals mehr als 20.000 Einsätze. Kilometerleistung des Bezirksstellen-Teams stieg um mehr als 20 Prozent. Hoher Jugend-Anteil freut.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 01. Februar 2017 (04:07)
NOEN, RK
Bilanzierten: Bezirksstellenleiter Stefan Grusch (2.v.l.), seine Stellvertreter Martin Nigischer (l.) und Christoph Hinterberger (r.) sowie Bezirkskommandant Stefan Schedl.

Das abgelaufene Jahr sei für die Rotkreuz-Bezirksstelle Hollabrunn in vielen Bereichen außergewöhnlich und herausfordernd gewesen, sagt Bezirksstellenleiter Stefan Grusch, der nun die Leistungsbilanz 2016 vorlegte. Im Rettungs- und Sanitätsdienst wurden die Einsatzkräfte erstmals mehr als 20.000 Mal zu Hilfe gerufen.

Auch „Henry-Laden“ in Mühlgasse als Projekt

Die Rotkreuz-Autos legten gemeinsam 930.841 Kilometer zurück, was eine Steigerung von über 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2015 bedeutet. Ein Großteil der Transportsteigerungen sei durch Ehrenamtliche geleistet worden, betont Grusch, denn die Zahl der Zivildiener (20) und der Hauptberuflichen (10) habe sich nicht verändert. Der Anteil der Jugendlichen, welche sich in den Dienst der Nächstenliebe stellen, sei weiterhin sehr hoch, freut sich der Bezirksstellenleiter.

Über Projekte, die im Jahr 2015 gestartet wurden, zieht Grusch eine positive Zwischenbilanz. So hat das „First Responder System“, das in einigen Gemeinden installiert wurde, 385 Alarmierungen vorzuweisen.

Der Gedanke dieses Systems: Ehrenamtliche Mitarbeiter, die nicht im Dienst, sondern zu Hause sind, werden gemeinsam mit dem Rettungsdienst alarmiert und fungieren somit bis zum Eintreffen der diensthabenden Rotkreuz-Mannschaft als Ersthelfer. Ein weiteres neues Projekt war der „Henry-Laden“ in der Mühlgasse, der sein erstes Wirtschaftsjahr hinter sich gebracht hat und positiv bilanzieren konnte. Mit dem Erlös werden Sozialprojekte gefördert.

Mehr als 70 Freiwillige leisten ihren Dienst in der Ortsstelle Haugsdorf, die über zwei Einsatzfahrzeuge verfügt. In der Bezirksstelle in Hollabrunn versehen rund 200 Freiwillige ihren Dienst aus Liebe zum Menschen. Im August wurde nach Vorgabe des Landes das bestehende Notarztsystem nach 30 Jahren von „Notarztwagen“ auf „Notarzteinsatzfahrzeug“ umgestellt. Das Rote Kreuz NÖ wird nach Ausschreibung auch in den nächsten fünf Jahren für die notärztliche Versorgung im Land verantwortlich sein.

Sozialdienst immer mehr im Vordergrund

Neben dem Rettungs- und Sanitätsdienst rückt seit fast 20 Jahren der Gesundheits- und Sozialdienst immer stärker ins Rampenlicht. „Die Aufgabengebiete werden beinahe jedes Jahr mehr, sodass die Bezirksstelle auf 18 Tätigkeitsbereiche verweisen kann“, berichtet Grusch. Im Rahmen der „Team Österreich Tafel“ wurden im Studentenheim an 52 Ausgabetagen mehr als 62 Tonnen Lebensmittel verteilt. Im Rahmen von „Zuhause Essen – a la carte“ wurden mehr als 3.000 Mahlzeiten ausgeliefert.

Das wöchentliche Bewegungsprogramm für Senioren erfreut sich großer Beliebtheit. Das Kriseninterventionsteam wurde mehrmals zur psychologischen Betreuung gerufen, aber auch die eigenen Mitarbeiter haben die Möglichkeit zu psychologischer Nachbetreuung (PEER) genutzt, wie der Bezirksstellenleiter berichtet.

Der geplante Neubau der Bezirksstelle in der Robert Löfflerstraße (die NÖN berichtete mehrmals) habe das Team das ganze Jahr hindurch begleitet und gefordert, weiß Grusch. Zahlreiche Besprechungen, Planänderungen und Treffen mit Verantwortungsträgern waren zu absolvieren, ehe im September der lange herbeigesehnte Spatenstich erfolgte.