Kaffeesud statt Harn abgegeben. Insasse der Justizanstalt Sonnberg legte Berufung gegen viermonatige Haftstrafe ein.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 12. September 2019 (04:03)
plenoy m/Shutterstock.com
Symbolbild

Wegen der Fälschung eines Beweismittels musste sich ein 29-jähriger Insasse der Justizanstalt Sonnberg am Bezirksgericht Hollabrunn verantworten. Der Mann, der bereits neun Vorstrafen im Register hatte (selbst schätzte er die Zahl auf fünf), bekannte sich schuldig, im Mai Wasser und Kaffeesud zusammengemixt zu haben, um diese Flüssigkeit als Urinprobe abzugeben.

„Ich hatte lange ein Suchtproblem, jetzt habe ich damit aufgehört“, erklärte der Angeklagte. Doch bei einem Ausgang – dem ersten nach sechs Jahren – habe er einen Rückfall erlitten. „Ich war mit der Situation überfordert.“

„Ich hatte nach sechs Jahren wieder Ausgang und war mit der Situation überfordert.“Angeklagter (29)

Der Konsequenzen der Abgabe einer falschen Urinprobe sei er sich bewusst gewesen. Ein Beamter erwischte ihn mit dem Gemisch. Danach gab der 29-Jährige einen positiven Test ab. Er bat um ein mildes Urteil, da er im Gefängnis mit siebentägiger Isolationshaft, 40 Euro Geldstrafe und Entzug der Vollzugslockerungen ohnehin schon hart bestraft worden sei.

Richter Erhard Neubauer verhängte eine viermonatige Haftverlängerung. Die Strafe könne aufgrund der vielen Vorstrafen nicht bedingt ausgesprochen werden. Der Mann – er hätte noch sechs Monate abzusitzen gehabt – reagierte empört und erklärte sofort, Berufung gegen das Urteil einzulegen; womit er riskierte, in nächster Instanz eine noch härtere Strafe auszufassen.