Stadt ist Vorreiter mit Energie-Gemeinschaft

Erstellt am 06. Juli 2022 | 04:18
Lesezeit: 3 Min
Der Gemeinderat Hollabrunn setzte weiteren wichtigen Schritt zur Energieautarkie, der Kosteneinsparung bringt.
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Was ÖVP-Stadtrat Josef Keck in der NÖN bereits angekündigt hatte, wurde nun im Gemeinderat einstimmig beschlossen: eine Erneuerbare-Energien-Gemeinschaft (EEG), die als Verein organisiert ist und bei der die Gemeinnützigkeit im Vordergrund steht.

Es sei ein wichtiger Schritt in Richtung Energieautarkie. Nachdem in den vergangenen Jahren viele Gebäude der Stadtgemeinde mit Photovoltaikanlagen ausgestattet wurden, ermöglicht die EEG nun, dass die erzeugte Energie an verschiedenen Standorten verbraucht, gespeichert oder verkauft wird. Die Netzkosten sinken.

„Erst durch gesetzliche Neuerungen wurde es möglich, solch eine Gesellschaft zu gründen. Wir wollen uns die Abwicklung sehr genau ansehen und falls es funktioniert, steht der Gründung von weiteren EEGs für unsere Gemeindebürger nichts im Wege“, betont ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky. Die EEG-Gründung habe Pioniercharakter, freut sich Keck: „Endlich können wir im regionalen Rahmen die Energie, die wir erzeugen, auch bei anderen Anlagen selbst verbrauchen. Gerade als Gemeinde muss man als Vorreiter die Vorzüge solch einer Gesellschaft herausstreichen.“

Über die Einstimmigkeit im Sinne der Energiezukunft freute sich auch Grünen-Gemeinderat Georg Ecker. Im e5-Beirat der Gemeinde sei bereits diskutiert worden, eine solche Energiegemeinschaft auch für die Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Mit Blick auf Energiesparmaßnahmen zähle jede Kilowattstunde.

„Die Gemeinde muss Vorbild sein“, betont Ecker und verweist darauf, dass der Gasverbrauch laut jüngstem Umweltbericht binnen Jahresfrist um 8,3 Prozent gestiegen sei. So fordern die Grünen, dass insbesondere alle Gas-Heizungen hinsichtlich ihrer Regeltechnik geprüft werden sollen, um Einsparpotenzial zu ermitteln: „Wo es angebracht und möglich ist, soll auch geprüft werden, ob das ein oder andere Grad eingespart werden kann“, sagt Ecker.

Jedenfalls räche sich nun die Politik der letzten 30 Jahre, in denen Gas oft als Zukunftstechnologie verkauft worden sei. „Jetzt sehen wir: Das Gegenteil ist der Fall.“ Ältere Gaskessel im Gemeindesystem sollen durch andere Heizsysteme ersetzt werden, fordern die Grünen verstärktes Augenmerk auf Wärmepumpen oder Pelletskessel. Das Fernwärme-Netz solle ausgebaut und dekarbonisiert werden.

„Es gibt großes Interesse an der wartungsarmen Fernwärme seitens der Bevölkerung. Damit nicht auch hier hohe Preissprünge stattfinden, muss die EVN schnellstmöglich dafür sorgen, dass kein Erdgas für das lokale Fernwärmenetz verwendet wird“, meint Ecker.

Er sei jedenfalls dafür, „dass auch künftige Erzeugungsanlagen im Gemeindegebiet, wie Windkraftanlagen oder größere PV-Anlagen, über Energiegemeinschaften der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden. Damit können wir die Menschen in unserer Gemeinde direkt an der Energiewende teilhaben lassen und den Nutzen solcher Anlagen noch deutlicher machen“.

ÖVP-Vizebürgermeister Kornelius Schneider verwies auf den Bildungscampus, der zukunftsweisend errichtet wird. ÖVP-Gemeindeparteichef Alexander Rausch sprach sich dafür aus, das geplante Windkraft-Projekt zu pushen: „Wir müssen Aufklärungsarbeit betreiben und ein Statement setzen, um Gas geben zu können und energieautark zu sein.“

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