Telearbeit in der Schule? Scharinger-Antrag abgelehnt. Hollabrunn: Liste könnte sich Volksschule als Büro-Center vorstellen.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 07. April 2021 (03:58)
Gemeinde soll Teleworking-Center konzipieren, fordert LS-Mandatar Andi Fischer.
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Angesichts der wachsenden Bedeutung des Arbeitens im Homeoffice hat die Liste Scharinger (LS) im Liegenschaftsausschuss einen Antrag eingebracht, die Gemeinde solle ein Konzept zur Schaffung und Betreibung eines Teleworking-Centers im Stadtgebiet erarbeiten; beispielsweise durch die Nachnutzung der alten Volksschulgebäude.

„Das könnte zum Beispiel von Arbeitgebern zur Verfügung gestellt werden und würde moderne Büroräumlichkeiten für all jene Arbeitnehmer bieten, die aufgrund ihrer Wohnsituation nicht über die notwendige Infrastruktur für Homeoffice verfügen“, meint LS-Gemeinderat Andreas Fischer.

„Auch das derzeit oft fehlende soziale Umfeld am Arbeitsplatz wäre dadurch ermöglicht“, fasst Fischer zusammen, dass eine derartige Infrastruktur Zeit und Geld sparen könnte und für Unternehmen motivierte Mitarbeiter schaffen würde, die nicht jeden Tag eine lange Wegstrecke in die Arbeit zurücklegen müssen. Und für die Gemeinde bedeute jeder zusätzliche Arbeitsplatz eine Stärkung der Wirtschaft, eine Reduktion des Leerstandes und vermutlich Mehreinnahmen durch die Kommunalsteuer. Von der Bürgermeister-ÖVP wurde der Antrag abgelehnt.

Was verwunderlich sei, so Fischer, da die Landespartei gleichzeitig das Arbeitsmodell „Dorf-Office“ präsentierte, an dem bereits zahlreiche Gemeinden ihr Interesse bekundet haben. Erfreulich sei in diesem Zusammenhang indes die geplante Initiative eines privaten Investors, der ein derartiges Projekt umsetzen will. „Nachdem dieses Projekt für die Realisierung noch auf der Suche einer Immobilie ist, könnte sich die Gemeinde an dem Projekt beteiligen“, meint der Scharinger-Mandatar. Leerstehende Objekte in der Innenstadt gebe es jedenfalls genug.

„Bis 2023 gibt es in den Volksschulgebäuden nicht einmal irgendeine Platzreserve“, erklärt der zuständige ÖVP-Stadtrat Günter Schnötzinger auf NÖN-Anfrage. Er habe freilich nichts gegen produktive Anträge, schätze die Kollegen und es sei ein Zukunftsthema; andererseits werde hier oft nur eine schnelle Schlagzeile gesucht und dann sei das Thema „aus den Augen, aus dem Sinn“, so Schnötzinger, der in der betreffenden Ausschusssitzung mit insgesamt acht Anträgen der Liste Scharinger zu tun hatte.

ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky erinnert in diesem Zusammenhang an die Möglichkeit, sich im RIZ Hollabrunn günstig einzumieten.