Totholz wichtig für Nützlinge: „Wald ist kein Park“. Totholz bietet zahlreichen Nützlingen eine Heimat, Klimawandel nagt aber auch am Hollabrunner Wald.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 26. Juni 2020 (04:26)
Gemeinsam im Wald: Bezirksförster Rupert Klinghofer und Grün-Stadträtin Sabine Fasching.
privat

Zu einem Lokalaugenschein im Hollabrunner Wald trafen einander die zuständige Grünen-Stadträtin Sabine Fasching und Bezirksförster Rupert Klinghofer. Im Fokus stand dabei das Totholz, das bewusst am Waldboden liegengelassen wird.

„Tausende Arten von Tieren, Pilzen und Pflanzen sind auf Totholz als Lebensraum und Nahrung im Wald angewiesen“, hält Förster Klinghofer fest. „Der Wald ist kein Park, wo alles zusammengeräumt ist“, ergänzt Fasching: „Das würde sonst der Artenvielfalt und der Naturnähe massiv schaden; nicht umsonst ist beim Totholz immer wieder vom Gold der Artenvielfalt die Rede.“

Trotz Vielfalt: Klimakrise hinterlässt Spuren

Und gerade mit seinem Artenreichtum punkte der Hollabrunner Wald in Zeiten des Klimawandels: „Wir können uns glücklich schätzen, einen so vielfältigen Mischwald zu haben“, meint Fasching.

Im Gegensatz zu Monokulturen sei der Hollabrunner Wald in seiner Gesamtheit zunehmenden Hitze- und Trockenperioden besser gewachsen. Dennoch hinterlässt die Klimakrise auch hier ihre Spuren. „Die dadurch geschwächten Nadelbäume sind ein leichtes Fressen für Borkenkäfer“, erklärt Experte Klinghofer. Langfristig seien Fichten, Kiefern, Lärchen und sogar Douglasien betroffen und könnten künftig völlig aus dem Waldbild verschwinden.

Bei den Laubbäumen hätten zwar neben den Eschen auch die Roteichen mit Pilzbefall im Wurzelbereich zu kämpfen, so der Förster, letztlich komme ein Laub-Mischwald aber durch seine Vielfalt besser mit den geänderten Bedingungen zurecht. „Wir setzen größtenteils auf natürliche Verjüngung. Nur bei größeren betroffenen Flächen werden gezielt neue Bäume gepflanzt.“

Für Fasching ist die Entwicklung nichtsdestotrotz alarmierend: „Der Wald leidet unter der Klimakrise, die viel weiter fortgeschritten ist, als die meisten glauben. Wir müssen jetzt alles tun, um hier entgegenzusteuern und den Hollabrunner Wald mit naturnaher Bewirtschaftung zu erhalten.“