„Tut gut“-Gala: „Experiment geglückt“. Gemeinden, Schulen und Betrieben, die sich an den Programmen der Initiative "Tut gut!" beteiligen, wurden im Hollabrunner Stadtsaal vor den Vorhang geholt.

Von Sandra Frank. Erstellt am 29. November 2019 (10:52)

Als Christa Kummer auf der Bühne ankündigte, Landesrat Martin Eichtinger zu fragen, wie viel er sich heute schon bewegt hat, sprang der Politiker auf und lief schnell eine Runde um seinen Tisch. Denn bei der „Tut gut!“-Gala, die im Hollabrunner Stadtsaal über die Bühne ging, drehte sich alles um das Thema Gesundheit. Und dazu gehört eben auch ausreichend Bewegung.  

Für einen bewegenden Auftakt der Gala waren Schüler der Mittelschule aus Eichgraben zuständig, die einen Einstiegstanz präsentierten. Danach wurde ORF-Wetterfee Kummer ernst. „Wir beuten die Natur aus und verlangen, dass sie funktioniert“, fand sie klare Worte dafür, dass die Menschen einen Schritt zurück machen müssen, um eine Veränderung herbeizuführen. Diese sei dringend notwendig.

"Wir müssen endlich handeln!"

Die Zahl der Tropennächte steigt. Die Hitzeperioden dauern länger. Allergien werden immer intensiver, weil durch die verlängerte Vegetationsperiode auch die Pollensaison länger andauere. „Ändern Sie Ihr Verhalten bei der Ernährung, der Mobilität, dem Wohnen! Wir sind eine Generation, die eine massive Wende miterfährt“, mahnte die Moderatorin. „Wir müssen endlich vom Reden zum Handeln kommen!“ Denn: „Es ist unsere Verpflichtung, etwas zu ändern, damit es auch unseren Nachkommen gutgeht.“

Dass Niederösterreich bereits Verantwortung übernehme, zeigte der Landesrat, der für Wohnen und Arbeit zuständig ist: „Wir waren 2007 das erste Bundesland, das Klimaschutz in der Landesverfassung verankert hat.“ Seit 2015 werde der Energieverbrauch des Bundeslandes zu 100 Prozent durch erneuerbare Energie abgedeckt. Im Wohnbau konnten bereits 31 Prozent an CO2-Emission eingespart werden. „Wir übernehmen Verantwortung und werden nicht aufhören, weiter daran zu arbeiten.“

Gesund und fit, auch im Alter

Dass dieser Gedanke vom ganzen Bundesland getragen werde, sei daran zu erkennen, dass es in Niederösterreich über 350 Klimabündnisgemeinden gibt. „Das ist eine breite Bewegung, jeder leistet seinen Beitrag“, bedankte sich Eichtinger beim Publikum. Dieses bestand aus Vertretern von Gemeinden und Schulen, die allesamt ein Angebot aus dem „Tut gut!“-Programm nutzen.

Er sprach auch davon, dass wir alle immer älter werden dürfen. Dies soll gesund und fit geschehen. Eichtinger selbst war am Tag der Gala 6.325 Schritte gegangen - und 16 Stockwerke. Sein Büro habe er im fünften Stock. Dorthin gehe er immer zu Fuß. „Meine Mitarbeiter verwünschen mich, die gehen nämlich immer mit“, erzählte der Landesrat schmunzelnd.

Innerer Schweinehund muss überwunden werden

Die Zahl an Schritten konnte Landtagsabgeordneter Manfred Schulz mit über 7.000 überbieten. „Ich bin heute als Bürgermeister einer aktiven Gruppe aus Gnadendorf hier.“ Er selbst sei sehr aktiv beim Radfahren und Wandern. „Man tut sein Bestes“, will auch er gesund und fit älter werden.

Eichtinger hatte dazu noch einige Tipps auf Lager, die er gern teilte: Man müsse den inneren Schweinehund überwinden, Stiegen steigen, wann immer es möglich ist, und mit dem Auto ein paar hundert Meter vor dem Ziel stehen bleiben, um zu Fuß zu gehen.

Die „Tut gut!“-Regionalgala für das Weinviertel war die letzte in diesem Jahr. Vor den Vorhang geholt wurden Gemeinden, Schulen und Betriebe, die sich im Gesundheitsbereich engagieren. So wurden Grundzertifizierungen und Plaketten für „Gesunde Gemeinden“ verteilt. Aus dem Bezirk Hollabrunn nahmen Ravelsbach, Retz und Hollabrunn solche entgegen. Die Göllersdorfer Mittelschule wurde als „Gesunde Schule“ ausgezeichnet. Die Marktgemeinde Göllersdorf und die Stadtgemeinde Hardegg wurde ebenfalls vor den Vorhang geholt.

"Tut gut!" kommt in die Regionen

Alexandra Pernsteiner-Kappl ist Leiterin der Initiative „Tut gut!“ und hatte die Idee, mit der Regionalgala einen Mehrwert für die Regionen zu schaffen. „Ich wollte es familiärer gestalten“, erinnerte sie sich an die Zeiten der großen Gala in Grafenegg zurück. Dies Veranstaltung sei „auch sehr schön“ gewesen, doch der Leiterin war wichtig, in die Regionen zu den Menschen zu kommen, die an der Initiative teilnehmen. „Es war ein Experiment, das geglückt ist“, meinte Pernsteiner-Kappl erfreut.

Bevor das gesunde Buffet eröffnet wurde, betrat ein junger Kabarettist die Bühne: Manuel Thalhammer ist gerade erst Vater geworden und erzählte dem Publikum, dass er seinem Kind ein Vorbild sein möchte. Deswegen besorgte er sich ein atmungsaktives Leiberl, um Sport zu treiben. Nach zehn Minuten musste er allerdings stehen bleiben, weil „das Leiberl Seitenstechen hatte“. Auch was die Ernährung betrifft, wollte der Kabarettist Vorbild sein. Also legte er sich einen Thermomix zu, der ihm genau ansagte, was er beim Kochen tun sollte. Als er dann – allein - mit sechs Tellern Kürbiscremesuppe am Esstisch saß, sei ihm klar geworden: Man sollte vielleicht doch den Geist wieder einschalten und überlegen, wo die Lebensmittel eigentlich herkommen.