Hollabrunn

Erstellt am 04. Dezember 2018, 09:40

Hollabrunn und Znaim mit geteiltem Leid. 208 Arbeitskräfte pendeln derzeit aus dem benachbarten Tschechien zu einem Arbeitsplatz in den Bezirk Hollabrunn. Kein Zufall also, dass das AMS Hollabrunn und das Arbeitsamt Znaim eine langjährige Partnerschaft verbindet.

AMSJosef Mukstadt, Sabine Hoscheck, Emil Copf, Jitka Svobodová , Andreas Strobach, Jitka Velebová und Dagmar Mühlbauer-Zimmerl beim Treffen im AMS Hollabrunn.  |  AMS

Kürzlich kam es wieder zu einem Austausch der Arbeitsmarktexperten.

Znaim ist etwa dreimal so groß wie Hollabrunn. Rund 3.700 Menschen sind dort derzeit auf Jobsuche, 29.500 in der Region Südmähren, 215.600 in der gesamten Tschechischen Republik. Vergleichsweise gibt es im Bezirk Hollabrunn aktuell 1.173 Arbeitslose, in Niederösterreich 46.874, österreichweit 296.236. Tschechien hatte im September mit 2,3 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote in der EU, Österreich lag mit 4,9 Prozent auf Platz zehn. In den Grenzbezirken ist der Unterschied geringer, wie die Arbeitslosenquoten von Znaim (4,8 %) und Hollabrunn (5,4 %) belegen.

Früher habe es wesentlich mehr tschechische Berufspendler gegeben, berichtet Hollabrunns AMS-Geschäftsstellenleiter Josef Mukstadt. „Jetzt sind es nur mehr ein Prozent aller unselbstständig Erwerbstätigen.“ Bei den Nachbarn mache sich der Fachkräftemangel ebenfalls zunehmend bemerkbar. „Es wird immer schwieriger, qualifizierte Kräfte am freien Arbeitsmarkt zu finden“, bestätigt Znaims Arbeitsamtsdirektor Emil Copf. Als größte Handicaps bei der Jobsuche nennt er mangelnde Berufskenntnisse, Mobilität sowie gesundheitliche Einschränkungen. Beiderseits der Grenze werden zahlreiche Initiativen gesetzt, um Arbeitsplatzchancen zu erhöhen und dringend benötigte Fachkräfte für die Wirtschaft auszubilden.

Ein Besuch in der HTL Hollabrunn passte genau zum Thema des Gedankenaustauschs. Direktor Wolfgang Bodei und Werkstättenleiter Thomas Stiedl informierten über das vielschichtige Ausbildungsangebot des Hollabrunner Technikzentrums sowie über ein Kooperationsprojekt mit einer tschechischen Schule und ermöglichten einen Einblick in den praktischen Unterricht.