Wasserpark: „Öko-Parkplätze“ plus Motorikpark. Am Dienstagabend wurde im Hollabrunner Gemeinderat der mit 283 gültigen Unterschriften erwirkte Initiativantrag behandelt, der die Erhaltung und Aufwertung des Hollabrunner Wasserparks als Naherholungsgebiet sowie den Verzicht auf Parkplätze neben dem Kinderspielplatz einforderte.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 27. Juni 2018 (10:55)
Maximal 15 Naturparkplätze sollen im vorderen Bereich des Wasserparks  errichtet werden. Foto: Sandra Frank
Sandra Frank

Es sollte eine äußerst lange Diskussion werden, ehe die ÖVP-Mehrheit im Alleingang einen Gegenantrag absegnete.

Peter Loy von den Grünen klagte, dass es bis dato keine Information über Alternativen zu den beim Wasserpark geplanten Stellplätzen gegeben habe und dass hier ein Stück Grünland zerstört werde, in dem sich oft Bürger aufgehalten hätten. Sein Parteikollege Denis Thompson hielt ein Plädoyer, warum es nicht notwendig sei, Geld in Parkplätze zu investieren.

Bürgerliste-Stadtrat Wolfgang Scharinger stellte einmal mehr den wirtschaftlichen Nutzen der geplanten Parkplätze infrage und meinte, dass diese selbst bei der überwiegenden Mehrheit der ÖVP keinen Gefallen finden würden.

Aufregung um Sager von VP-Mandatar Micheal Ernst

FPÖ-Mandatar Christian Lausch hätte sich Schadstoffmessungen beim Kinderspielplatz sowie ein klares Statement von Bürgermeister Erwin Bernreiter gewünscht. SPÖ-Fraktionschef Alexander Eckhardt wies darauf hin, nicht zu übersehen, wie emotional dieses Thema für viele Hollabrunner sei.

Daraufhin sorgte ÖVP-Gemeinderat Michael Ernst mit seiner Wortmeldung für Aufregung: Er hielt es für untragbar, dass die Initiatoren des Initiativantrags, Johannes Roch und Nashoa Fantur, es nicht der Mühe wert gefunden hatten, zur Gemeinderatssitzung zu erscheinen und verglich diesen Umstand mit einer Frau, die ihr Kind nach der Schwangerschaft abschiebt. Die zornigen Reaktionen der Opposition, die vergebens eine Entschuldigung für diese Aussage forderte, waren ihm damit sicher.

Lausch erhielt Ordnungsruf: „Den nehm ich gerne“

Überhaupt fand Christian Lausch den Umgangston im Gremium unerträglich – und handelte sich einen Ordnungsruf des Bürgermeisters ein. Reaktion: „Den nehm ich gerne.“

Der für den Wald zuständige ÖVP-Stadtrat Karl Riepl wies zwischendurch Mutmaßungen „aufs Schärfste“ zurück, dass in Hinblick auf die Parkplätze auch gesunde Bäume entfernt worden wären. „Hier wurde sehr chirurgisch gearbeitet, sonst würde in der Mitte überhaupt kein Baum mehr stehen.“

Schließlich ergriff VP-Vizebürgermeister Alfred Babinsky das Wort. Er wies den Vorwurf aus dem Initiativantrag zurück, der Wasserpark sei in den letzten Jahren vernachlässigt worden. Nun solle hier einer der modernsten Motorikparks Österreichs entstehen (die NÖN berichtete). Und zudem werden im vorderen Teil maximal 15 ökologisch verträgliche, ohne Asphalt ausgeführte Parkplätze errichtet werden.

Mit der benachbarten Bezirkshauptmannschaft sei zudem vereinbart worden, dass deren Parkplätze außerhalb der Dienstzeiten genutzt werden dürfen. Auch das in unmittelbarer Nähe bestehende „Zoll“-Parkverbot werde aufgehoben und bringe zwei bis drei zusätzliche Parkplätze. Gleichzeitig solle das Falschparken bzw. „Kreuz-und-Quer-Parken“ vor der Alten Hofmühle in Zukunft unterbunden werden und dort ein Behindertenparkplatz etabliert werden.

Gegenantrag mit ÖVP-Mehrheit durchgesetzt

Babinsky stellte einen entsprechenden Gegenantrag, der bei der Opposition jedoch wenig Anklang fand. Scharinger fand den Gegenantrag unzulässig, da für den Motorikpark noch keine finanzielle Bedeckung gegeben sei. Lausch sprach von einem voreiligen Antrag: „Das wurde noch in keinster Weise besprochen. Ich verstehe schon, dass man den Initiativantrag verwässern will, aber da bewegt ihr euch auf dünnem Eis.“ Loy verwies noch einmal darauf, dass in Richtung Mühlenring genug Parkplätze errichtet werden könnten.

Nach Lauschs Anfrage, wie viele Parkplätze rund um das Areal nun insgesamt zur Verfügung stehen würden, wurde abgestimmt: Die ÖVP-Mehrheit reichte, den Gegenantrag durchzubringen. Die Opposition war dagegen.