Marco Pogo im Gespräch: „Buntheit und Vielfalt zulassen“

Erstellt am 11. August 2022 | 04:50
Lesezeit: 3 Min
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Dominik Wlazny ist gebürtiger Hollabrunner und besser bekannt als „Turbobier“-Sänger Marco Pogo. Jetzt ist er politisch aktiv und will für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren.
Foto: Siegfried Leitner
Mit Dominik Wlazny will ein gebürtiger Hollabrunner für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren. Jetzt geht’s darum, Unterstützungserklärungen zu sammeln.
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Er ist sicher der schillerndste Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, das am 9. Oktober „neu“ besetzt wird: Dominik Wlazny alias Marco Pogo von der Punkband „Turbobier“, samt eigenem Vertrieb seines Bierlabels. Satire, Punk und die Ernsthaftigkeit des Amtes, wie passt das zusammen? Das fragen sich seitdem nicht wenige.

Nun beginnt für den gebürtigen Hollabrunner die heikle Phase: Von 9. August bis 2. September können Unterstützungserklärungen unterschrieben werden.

„Wahlvorschläge müssen spätestens am 30. Tag vor dem Wahltag der Bundeswahlbehörde vorgelegt werden. Sie müssen von mindestens 6.000 Wahlberechtigten unterschrieben sein. Gleichzeitig ist ein Beitrag zu den Kosten des Wahlverfahrens in Höhe von 3.600 Euro zu erlegen“, erklärt die Präsidentschaftskanzlei, wie das Prozedere genau abläuft. Und „zum Bundespräsidenten kann nur gewählt werden, wer zum Nationalrat wahlberechtigt ist und spätestens am Wahltag das 35. Lebensjahr vollendet hat“. Diese Voraussetzung erfüllt Wlazny quasi punktgenau.

Die vor ihm jüngste Aspirantin auf den Job der Bundespräsidentin war Heide Schmidt im Jahr 1992 mit 44 Jahren. Die biologische Hürde für Wlazny ist gerissen, jetzt fehlen nur noch die Unterstützer. Also wird für den Hollabrunner und studierten Chirurgen jetzt die Medienpräsenz hochgefahren. Die NÖN wollte von dem 35-Jährigen wissen, wie er selbst sein Antreten einordnet und ob Marco Pogo auch als Bundespräsident mit Turbobier auftreten würde.

NÖN: Mit Ihrem Antreten haben Sie eine veritable Demokratie-Diskussion angestoßen. Ist das bereits ein Mehrwert Ihrer Kandidatur?

Dominik Wlazny: Demokratie bedeutet, sich einer Wahl zu stellen. Es bedeutet auch, Buntheit und Vielfalt zuzulassen. Dass über demokratische Prozesse diskutiert anstatt nur darüber geschimpft wird, ist dabei ein schöner Nebeneffekt.

„Viel Presse, viel Marktwert, viel Bier“ – könnte das einer Ihrer Wahlkampfslogans sein?

Wlazny: Mein Ziel ist es, Präsident der Republik Österreich zu werden und dieses Amt mit Herz und Hirn, Lebensfreude und Anstand auszuführen.

Wie war das Ankommen im politischen Alltag des Simmeringer Bezirksrats?

Wlazny: Ich wurde sehr nett empfangen und in die politischen Prozesse des Bezirkes eingebunden. Dieses konstruktive Arbeiten hat es mir und allen anderen Bezirksrätinnen und -räten der Bierpartei ermöglicht, mehr als 350 Anträge seit Beginn unserer Amtszeit einzubringen.

Was macht es so reizvoll, auf dem schmalen Grat zwischen Satire und Realpolitik zu balancieren?

Wlazny: Humor ist mein Stilmittel, um Inhalte zu thematisieren und Dinge anzusprechen. Das nimmt der Thematik nicht den Ernst, aber es schafft einen einfacheren und niederschwelligeren Zugang zu Themen, mit denen man sich sonst vielleicht nicht beschäftigt hätte, und das find ich gut.

Sollte Marco Pogo Bundespräsident werden, wird er dann weiterhin mit Turbobier auftreten?

Wlazny: Nein, das sind zwei völlig verschiedene Projekte, die unabhängig voneinander agieren. Der Bundespräsident darf sich gemäß unserer Verfassung ausschließlich mit seinen Aufgaben als Präsident auseinandersetzen.

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