Zählertausch wurde für Kundin zum Spießrutenlauf

Drei Mal bekam eine Hollabrunner Kundin Besuch von EVN-Technikern – und wurde stutzig.

Erstellt am 17. Oktober 2021 | 04:52
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Eine EVN-Kundin aus Hollabrunn wurde misstrauisch, weil Zähler drei Mal getauscht werden sollte. Wie die NÖN aufklären konnte, lag der Fehler tatsächlich bei der EVN, die nun ein viertes Mal zu Besuch kommt.
Foto: Symbolbild: Shutterstock.com/Andrey_Popov

Die EVN tauscht derzeit alte Stromzähler gegen intelligente, digitale Zählgeräte, sogenannte „Smart Meter“. „Wir haben Halbzeit“, berichtet EVN-Sprecher Stefan Zach von mittlerweile über 400.000 getauschten Geräten. Um das Tempo zu beschleunigen, werden auch Techniker externer Firmen beauftragt.

Hier kam es bei der Hollabrunnerin Helga Metzger-Bogner zu einer eigenartigen Situation: „Im Juni hat ein netter junger Mann meinen Zähler getauscht“, schildert sie. Dann seien die Troubles losgegangen: Im Juli standen zwei Männer vor ihrer Tür, die den Zähler tauschen wollten. Sie zeigte ihnen, dass dies bereits passiert war. Weil es ihr komisch vorkam, kontaktierte sie die EVN und ärgerte sich, dass sie „lapidar abgefertigt“ wurde.

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Im Oktober „steht wieder ein Herr vor meiner Tür und will den Zähler tauschen“. Da reichte es Metzger-Bogner, sie verfasste ein „bitterböses Mail“ an die EVN.

EVN-Sprecher: „Der Fehler liegt bei uns“

Hinzu kommt, dass sie plötzlich Zahlungsaufforderungen erhielt, obwohl die EVN-Rechnung bis dahin stets abgebucht wurde. Zach stellte Nachforschungen an und kam zu dem Schluss: „Die Kundin hat recht. Der Fehler liegt bei uns. Unser Bezirksleiter Herbert Steinhauser wird sich persönlich bei ihr entschuldigen.“

Was war passiert? Die Dame habe Tag- und Nachtstrom und darum zwei Zähler. Es wurde aber nur einer getauscht, für den zweiten gibt es immer noch einen Tauschauftrag – auch, weil es im Sommer einen Systemfehler gegeben habe. Das heißt: „Wir müssen noch einmal zu ihr kommen“, schildert Zach und unterstreicht: „Der Bezirksleiter wird persönlich danach trachten, dass sie wieder eine glückliche Kundin sein kann.“

„Techniker, die im Auftrag der EVN unterwegs sind, haben einen Ausweis oder ein Schild“, betont Zach. In welchem Zeitraum die „Smart Meter“ getauscht werden, darüber werden die EVN-Kunden im Vorfeld schriftlich informiert. Er kann verstehen, dass ältere Menschen oder Frauen, die alleine zu Hause sind, sich unwohl fühlen, wenn sich Techniker nicht ausweisen können.

Leider passiere das bei den externen Mitarbeitern manchmal. „Dann wird nachgeschult“, versichert Zach. Er rät: Wer unsicher ist, soll im Kundenzentrum der EVN nachfragen. Ist dort gerade besetzt, empfiehlt er: „Die Leute nicht hineinlassen und wir machen einen neuen Termin aus.“