Massive Einbußen für Gemeinde: Prioritäten gefragt. Nach Grünen-Umfrage beziffert Vizebürgermeister, was der Stadt Hollabrunn abgehen wird.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 08. April 2020 (05:43)
Moritz Cermak und Christoph Valdhaus von den Hollabrunner Grünen lancierten die Online-Umfrage.
NOEN

Aus einer von den Grünen durchgeführten Online-Umfrage kam zum Vorschein, dass der Hollabrunner Jugend besonders die Erneuerung des Skaterparks ein großes Anliegen ist. „Steht sowieso längst auf der Agenda“, sagt ÖVP-Vizebürgermeister Kornelius Schneider. Fraglich ist aber, wie sehr Covid-19 nun den Zeitplan durcheinanderwirft.

„Der neue Schulcampus könnte Platz für einige Vorschläge bieten.“Georg Ecker

„Da ist noch viel Luft nach oben“, meint Grünen-Klubobmann Georg Ecker über die Zufriedenheit der Jugend. Die 66 Teilnehmer geben dem bestehenden Freizeitangebot im Median vier von zehn Punkten.

Hoch im Kurs stand neben dem Skaterpark die Forderung nach einem Kino und mehr Jugendlokalen. Der von der Stadtgemeinde forcierte Pumptrack sei nur ein einziges Mal genannt worden. Das solle bei der Umsetzung nach der Coronakrise berücksichtiget werden.

Über den bestehenden Filmabend in der Alten Hofmühle hinausgehend könnte auch ein Event für Jugendliche zumindest für ein paar Abende ein zusätzliches Angebot sein, schlagen die Grünen vor. Ideen wie ein Boulderblock, eine Bühne für junge Musiker oder ein öffentlich zugänglicher Basketballplatz sollten ebenfalls aufgegriffen werden, meint Ecker: „Der neue Schulcampus könnte Platz für einige Vorschläge bieten.“

Skaterpark-Erneuerung und Pumptrack-Errichtung seien ein gemeinsames Paket, betont Vizebürgermeister Schneider auf NÖN-Nachfrage. Allerdings müsse nun genau darauf geachtet werden, was sich angesichts der Coronakrise tatsächlich heuer umsetzen lässt. Die Gemeindeabteilungen seien angehalten, Prioritäten zu definieren.

Abteilungen müssen Prioritätenliste führen

„Wenn man sich die Produktivität der Betriebe in Österreich ansieht, wird auch das Steueraufkommen nicht plangemäß über die Bühne gehen“, rechnet der für die Gemeindefinanzen zuständige Schneider mit massiven Einbußen für die Gemeinde.

Rechnet mit schmerzhaften Einschnitten: VP-VizeKornelius Schneider.
Gschwindl

Bei der Kommunalsteuer beziffert er diese in einem Zeitraum von drei Monaten mit 800.000 Euro. Bei den Ertragsanteilen rechnet er derzeit mit einem Minus von 1,5 bis 2 Millionen Euro. „Wir müssen sehr gut haushalten, um einigermaßen mit einem blauen Auge davonzukommen.“

Sobald sich abschätzen lasse, wie lange die Phase der wirtschaftlichen Beeinträchtigung anhält, könne mit der Sondierung der geplanten Projekte begonnen werden. „So unpopulär das auch ist.“

Am Mittwoch hat der Vizebürgermeister übrigens wieder Hilfsstabsdienst in der Gemeinde ( Tel. 02952-2102-510, einsatzstab@hollabrunn.gv.at).