Sommerferien: Kosten für Kinderbetreuung halbiert. Viele Eltern haben aufgrund des Corona-Lockdowns ihre Urlaubstage bereits aufgebraucht. Die Hollabrunner Stadtgemeinde greift den Familien hier nun finanziell unter die Arme: Die Kosten die Kinderbetreuung im Juli und August werden halbiert.

Von Sandra Frank. Erstellt am 25. Juni 2020 (12:21)
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Ein gemeinsamer Antrag von ÖVP und SPÖ entlastet die Hollabrunner Familien: Die Betreuungskosten im Kindergarten werden für Juli und August halbiert. Die Kosten für Kleinkinderbetreuung durch die Volkshilfe und jene der schulischen Ferienbetreuung durch die Lerntiger werden ebenfalls um 50 Prozent reduziert. Die Auszahlung dieser Förderung soll ohne Antrag in Form der „Hollabrunn Card“ erfolgen. Dies wurde vom Gemeinderat einstimmig beschlossen.

„Wir begrüßen den Antrag sehr“, meldete sich Jungvater Georg Ecker von den Grünen zu Wort. Was er allerdings vermisst: „Welches Angebot gibt es in den Ferien überhaupt?“ Auf der Gemeindehomepage sei davon nichts zu sehen.

SPÖ-Fraktionschef Alexander Eckhardt sprach ebenfalls von einem „sehr guten Antrag“ und bedankte sich bei der Bürgermeisterpartei für den Kompromiss. Den Sozialdemokraten wäre eine kostenlose Kinderbetreuung freilich lieber gewesen, um die Familien noch mehr zu entlasten. Die Halbierung der Betreuungskosten sei für die Gemeinde trotz der schwierigen Finanzlage leistbar.

Bürgerliste verwundert über ÖVP-Beteiligung an Dringlichkeitsantrag

Bürgermeister Alfred Babinsky (ÖVP) berichtete von einer Bedarfserhebung bei 400 Eltern, die genau angegeben haben, wann die Kinderbetreuung gebraucht wird.

Stadtrat Wolfgang Scharinger (Bürgerliste) wunderte sich indes darüber, dass die SPÖ gemeinsam mit der ÖVP diesen Dringlichkeitsantrag einbrachte. Weder in der Stadtratssitzung noch in der Vorbesprechung zu Gemeinderatssitzung sei dies Thema gewesen. „Ist euch die Erleuchtung erst zum Wochenende gekommen?“, fragte er Richtung Stadtchef. Immerhin habe dessen ÖVP die absolute Mehrheit.

Als sehr erfreulich wertete es das Polit-Urgestein, dass in den Sommermonaten eine stundenweise Abrechnung der Betreuung möglich sein wird. Scharinger habe das bereits im Jahr 1997 gefordert. „Damals haben ÖVP und SPÖ dagegen gestimmt“, erinnert er sich. Zu viel Bürokratie sei der Grund gewesen. „Jetzt habt ihr 23 Jahre gebraucht, dass ihr draufkommt, dass man stundenweise abrechnen kann“, höhnte der Stadtrat.

Diese Art der Abrechnung sei für Juli und August zumutbar, meinte der Stadtchef, da jede Familie genau ihren Bedarf definiert habe. Er betonte aber, dass die stundenweise Abrechnung nicht beibehalten werde.