Hollabrunner hilft im Südsudan. Der aus Hollabrunn stammende Hannes Urban, verheiratet mit einer Südsudanesin, verbringt viel Zeit im jüngsten, nun krisengeschüttelten Staat der Erde. Die NÖN sprach mit dem Entwicklungshelfer.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 06. Januar 2014 (13:17)
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Der aus Hollabrunn stammende Hannes Urban, verheiratet mit einer Südsudanesin, verbringt viel Zeit im jüngsten, nun krisengeschüttelten Staat der Erde. Wenn er in Österreich weilt, lebt der Entwicklungshelfer und Taxifahrer in Mitterndorf an der Fischa.
Von Christoph Reiterer

Als jüngster Staat der Erde hat der Südsudan erst im Juli 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan erlangt. Doch seit Mitte Dezember tobt zwischen jenen, die gemeinsam für diese Unabhängigkeit kämpften, ein Bürgerkrieg.

Vor allem in den ölreichen Bundesstaaten Jonglei und Unity gibt es schwere Kämpfe. Die Zahl der Toten liegt längst im vierstelligen Bereich, Zehntausende – die kolportierten Zahlen reichen bis 200.000 - sind auf der Flucht. Erste Friedensgespräche blieben erfolglos.

Hollabrunner baut Landwirtschaftliche Fachschule auf

Der gebürtige Hollabrunner Hannes Urban leistet in dem 10-Millionen-Einwohner-Land bereits seit Jahren Entwicklungshilfe. Er meldete sich nun bei der NÖN aus dem Süden des krisengeschüttelten Landes, das reich an Bodenschätzen, wirtschaftliche aber kaum entwickelt ist.

Urbans Projekt in der Region Jalimo, der Bau einer Landwirtschaftlichen Fachschule, ist nicht bedroht. „Die Lage hier im südlichen Teil ist anders, als in den Medien zu hören ist. Hier sind andere ethnische Gruppen, die nicht in das Problem involviert sind“, berichtet Urban.

Die Bundesstaaten Ost-, Central- und West-Equatoria seien nicht in Kampfhandlungen involviert. Es sei friedlich und die Menschen hätten die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel gefeiert. Nur junge Männer, die zum Wehrdienst verpflichtet sind, kämpfen für ihren Präsidenten.

Hütten werden mit Panzern niedergewalzt

Es gebe es aber viele Menschen von hier, die in der etwa 170 Kilometer entfernten Hauptstadt Juba arbeiten und nun wieder dorthin ins Krisengebiet zurückkehren wollen. Soldaten ziehen dort durch die Stadt. „Welche, weiß man nicht, da es eine Ausgangssperre gibt.“ Mit Panzern werden Hütten niedergewalzt, ohne vorher zu fragen, ob dort jemand wohnt. Tagsüber scheint alles ruhig zu sein.

Die meisten Einwohner von Juba sind in das Lager der UN geflüchtet, weiß Urban. Dort herrsche allerdings Mangel an allem. Trotz erster Hilfslieferungen gibt viel zu wenige Lebensmittel.

Hilfe für Flüchtlinge: Appell für Verein und Spendenkonto

Der Entwicklungshelfer aus Hollabrunn will seinen Beitrag leisten. „Hier im südlichen Teil und auch im nördlichen Uganda gibt es genügend Lebensmittel zu kaufen und das zu einem günstigen Preis. Für uns ist es leicht, einige Hilfslieferungen nach Juba zusammenzustellen.“ Der Transport könne organisiert werden und mit Hilfe der UN werde er auch dort ankommen.

Um möglichst viele Hilfsgüter anschaffen zu können, bittet Hannes Urban um Spenden auf das Konto seines Entwicklungshilfevereins „Helfen Wir!“.

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Der aktuelle Konlikt hat, wie der Standard berichtet, auch ethnische Hintergründe. Präsident Kiir gehört zum Volk der Dinka. Er hatte Machar, einen Angehörigen der Nuer, im Juli als Stellvertreter entlassen.

Die Vereinten Nationen verstärken ihre bislang 7.000 Kräfte im Südsudan. US-Außenminister John Kerry fordert „ernsthafte Verhandlungen“.

Spendenkonto:

Raika Retz Pulkautal
BIC: RLNWATW1715
IBAN: AT88 3271 5000 0120 8685