Jugendlokal: Stadtchef Babinsky kontert Kritik. Die vermeintlich einhellige Vergabe des neuen Gastro-Betriebs beim Strudelteich am Messegelände bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend endete, wie berichtet, mit schweren Vorwürfen der Opposition. Sie sei von der ÖVP getäuscht worden und hätte das vollständige Konzept von Markus Schram nicht zu Gesicht bekommen. Mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ-Gemeinderat Christian Lausch erhielt Jürgen Authried den Zuschlag. Nun äußert sich ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky dazu.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 12. Dezember 2019 (16:28)
NÖN

Babinsky bestätigt, dass am 23. November alle Fraktionen zur Präsentation der beiden Konzepte und zur gemeinsamen Entscheidungsfindung eingeladen und auch vertreten waren: Christian Lausch für die FPÖ, Alexander Eckhardt und Elke Stifter für die SPÖ, Peter Loy für die Grünen und Daniela Lichtenecker für die Liste Scharinger. Stadtbaudirektor Stephan Smutny-Katschnig habe die Konzepte der beiden Hollabrunner Gastronomen präsentiert, die jeweils in Originalfassung vorgelegen und von allen Parteien mehrfach begutachtet worden seien.

In der anschließenden Diskussion hätten sich er selbst sowie die Gemeinderäte Lausch und Loy für das Authried-Konzept ausgesprochen, erläutert Babinsky. Lichtenecker und Stifter hätten indes eine Nachbesserung des Pachtzinses auf 1.000 Euro sowie die Zusicherung "jugendfreundlicher Getränkepreise" gefordert. Eckhardt habe sich nicht geäußert. Die beiden Zusagen seien vom Bürgermeister eingeholt und am 25. November allen Fraktion kommuniziert worden.

„Ich konnte also davon ausgehen, dass die Entscheidung für das Konzept Authried einvernehmlich erfolgt und habe mit den Fraktionen dazu auch einen gemeinsamen Fototermin vereinbart“, versteht Babinsky den plötzlichen Meinungsschwenk seiner Gesprächspartner nicht. 

Bereits im Vorfeld der Entscheidungsfindung hatte der Stadtbaudirektor Gespräche mit beiden Bewerbern geführt. "Die Firma Schram KG hatte sich bei ihrem Konzept teilweise nicht auf die Ausschreibung bezogen und erhielt die Unterlagen noch einmal zugesandt, verzichtete aber schließlich auf eine Anpassung ihres Konzeptes", erklärt der Bürgermeister.

SPÖ, FPÖ und Liste Scharinger beharren jedoch darauf, das vollständige, sechsseitige Schram-Konzept erst im Nachhinein erhalten zu haben.