Maria-Magdalena Müller: „Petition ist viral gegangen“. HLW-Klasse ist vom großen Zuspruch für ehemaligen Hollabrunner Schüler Abdullah überwältigt.

Von NÖN Redaktion und Ulrike Grünauer. Erstellt am 07. April 2021 (04:45)
Eine Initiatorin der Petition: Maria-Magda-lena Müller.
privat, privat

27.000 Menschen unterzeichneten eine von HLW-Schülerinnen initiierte Unterschriftenaktion gegen die drohende Abschiebung ihres ehemaligen Klassenkollegen, die sogar von Influencern in den Sozialen Medien unterstützt wurde. Mehr dazu hier: 

Die Petition der Hollabrunner Schülerinnen leistete einen wesentlichen Beitrag, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Die NÖN sprach mit einer Initiatorin.

NÖN: Wie war Ihr Eindruck von Abdullah Hosaini, als er bei Ihnen in der Klasse war?

Maria-Magdalena Müller : Er war von Anfang an sehr höflich, freundlich, aber auch zurückhaltend. Das liegt wahrscheinlich daran, dass er in einer neuen Umgebung war. Er war immer sehr bemüht, hat immer ein Notizbuch bei sich getragen, in das er Vokabel und Phrasen geschrieben hat. Man hat ihm angemerkt, dass er da bleiben möchte und auch alles dafür tun würde. Er ist ein sympathischer, lieber, humorvoller, rücksichtsvoller, hilfsbereiter und wissbegieriger Mensch.

Was war die Motivation von Ihnen allen, die Unterschriftenaktion ins Leben zu rufen?

Müller: Wir haben gemeinsam in der Klasse darüber geredet, wie man ihn unterstützen könnte, und haben uns gedacht, dass eine Petition die beste Möglichkeit wäre, um auf das Thema aufmerksam zu machen. So ist das alles recht spontan entstanden, da es hieß, dass er innerhalb von zwei Wochen das Land verlassen müsse. Da wussten wir, dass wir sehr schnell handeln müssen.

Fast 27.000 Personen haben Ihre Petition schon unterzeichnet. Hätten Sie damit gerechnet?

Müller: Auf keinen Fall! Vor allem nicht nach so kurzer Zeit. Die Petition ist wirklich viral gegangen. Ich habe auch gesehen, dass sie ein paar Influencer in ihren Storys geteilt hatten. Es ist richtig schön, zu sehen, wie vielen Leuten das Thema am Herzen liegt. Natürlich gab es auch recht viele Gegenkommentare, aber damit muss man rechnen. Wir waren überwältigt, dass so viele unterschrieben haben.

Denken Sie, die Petition war ein Grund, dass Abdullah fürs Erste in Österreich bleiben darf?

Müller: Es hat auf jeden Fall sehr geholfen. Es war jetzt nicht unser alleiniger Verdienst, sondern sein Anwalt hat sich sehr für ihn eingesetzt. Aber ich glaube, wir waren eine große Unterstützung und dadurch, dass so viel öffentlicher Druck durch die Petition kam, denke ich, dass es schon dazu beigetragen hat.

Sind in Zukunft weitere Aktionen geplant, bis der Entschluss bezüglich des humanitären Bleiberechts fällt?

Müller: Im Moment stehen wir mit der Organisation „Schüler gegen Abschiebung“ in Kontakt, die sich auch sehr für unser Anliegen eingesetzt hat. Wir haben Abdullah mit dieser Organisation auf der Anti-Rassismus-Demo vertreten, die Mitte März in Wien stattfand. Da sind wir ganz vorne mitgegangen. Wir überlegen auf jeden Fall, was wir sonst noch tun könnten, aber wir haben noch nichts Konkretes im Sinn.