Steigende Preise bremsen Campus-Projekt. Die explodierenden Baustoffpreise schmerzen auch in Hinblick auf das laufende Hollabrunner Mega-Projekt: Finanzstadtrat plädiert, Entwicklung zu beobachten.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 09. Juni 2021 (04:52)
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Architekt und Stadtgemeinde präsentierten Anfang März die ersten Entwürfe, wie der neue Schulcampus am Messegelände eingebettet wird.
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In Hollabrunn fiel heuer der Startschuss für die Umsetzung des Schulcampus in der Josef Weisleinstraße. 20 Volksschulklassen, neun Sonderschulklassen, Räumlichkeiten für die Musikschule und die Schulische Nachmittagsbetreuung sowie eine Dreifachturnhalle werden errichtet. Abbrucharbeiten laufen bereits. Im Baubeirat, in dem alle Fraktionen vertreten sind, werden kommende Woche wieder die Köpfe rauchen; nicht zuletzt angesichts der derzeit explodierenden Baustoffpreise.

„Teuer kaufen kann ich in sechs Monaten auch“

„Wenn es nach mir geht, werden wir die Ausschreibungen für das Projekt noch zurückhalten“, sagt Vizebürgermeister Kornelius Schneider. Er könne dem Baubeirat freilich nicht vorgreifen, werde seine Meinung als Finanzstadtrat der Gemeinde aber natürlich kundtun und müsse die Entscheidungen mittragen.

Um hier nicht eine Preisrallye am Plafond der Kosten mitzumachen, plädiert er dafür, die Entwicklung der Baustoffkosten drei bis sechs Monate lang zu beobachten. „Teuer kaufen kann ich in sechs Monaten auch“, meint Schneider.

Anwachsen der Kosten verhindern

Zeitlich gebe es im Campus-Projekt einen gewissen Polster für das mit 25,2 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben. Dass die Kosten hier auf 30 Millionen Euro und mehr anwachsen, soll tunlichst verhindert werden. „Gegebenenfalls gehen die Klassen später in Betrieb“, ist für Schneider auch nicht auszuschließen, dass der geplante Start im Herbst 2023 nicht gehalten werden kann.

Wichtig sei es aber, die Abbrucharbeiten und die Planungen fortzusetzen, um mit möglichst konkreten Ausschreibungen voranzukommen. Die Situation sei bei Materialpreissteigerungen von 20 Prozent und mehr nicht leicht, so der Vizebürgermeister: „Das schüttelt man nicht gleich aus dem Ärmel. Es wäre unverantwortlich, genau jetzt einzusteigen.“