Hollabrunner Wald ist ab sofort gesperrt. Zwischen Hubertusweg, Jahnstraße und Raschala ist der Kirchenwald bis voraussichtlich Ende November gesperrt, da kranke Roteichen ohne Vorwarnung umfallen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. Juli 2020 (16:29)
Machten sich ein Bild vor Ort (v.l.): Bezirksförster Rupert Klinghofer, die zuständige Stadträtin Sabine Fasching, der Sachverständigen des Landesforstdienstes, Reinhard Hagen und Experte Thomas Cech vom Bundesforschungszentrum für Wald.
Stadtgemeinde Hollabrunn

Bis Ende November ist der Hollabrunner Kirchenwald im Bereich zwischen Hubertusweg, Jahnstraße und Raschala behördlich gesperrt. Warum? „Es konnte beobachtet werden, dass die Roteichen unterschiedlichen Alters ohne offensichtlich äußerlich sichtbare Schädigung umbrechen“, heißt es in einer Aussendung der Stadtgemeinde.  

Stadtgemeinde Hollabrunn

Die betroffenen Bäume seien voll belaubt, die Wurzeln sind zum Teil vollständig abgefault. Schuld daran sind vermutlich Pilze, die eine massive Wurzelfäule auslösen und Wurzelkörper samt Stammfuß zum Abmorschen bringen. Das führe dazu, dass die Bäume ohne Vorwarnung umfallen. „Hinzu kommt, dass die Roteichen durch die Klimakrise und die dadurch verbundenen Wetterextreme bereits geschwächt sind“, informiert die Gemeinde.

Betroffene Roteichen können erst im Spätherbst entfernt werden

Da sich dieser Bereich in unmittelbarer Stadtnähe befindet und Ausgangspunkt vieler Wander- und Radwege in unmittelbarer Nähe ist, besteht eine erhöhte Gefahr. Forstsachverständige sind im Einsatz. Nach Rücksprache mit der Behörde, Bürgermeister Alfred Babinsky und der zuständigen Stadträtin Sabine Fasching wurde beschlossen, die betroffenen Wege im Kirchenwald – nach dem Hubertusdenkmal bis zum Sender in Raschala – sofort zu sperren.

Stadtgemeinde Hollabrunn

Die Sperre dauert deswegen bis November, weil die betroffenen Roteichen in der Nähe der Wanderwege erst im Spätherbst entfernt werden können. „Nur so kann sichergestellt werden, dass dieses Gebiet nicht großflächig gerodet werden muss, sondern ein schonender Eingriff und eine natürlich Verjüngung erfolgen kann“, erklärt Bezirksförster Rupert Klinghofer. Abgestimmt wurde diese Vorgehensweise mit dem Sachverständigen des Landesforstdienstes, Reinhard Hagen, sowie dem Experten Thomas Cech vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), die Baum- und Bodenproben zur weiteren Untersuchung entnahmen.

Appell des Stadtchefs: "Bitte leisten Sie der Sperre Folge!"

Stadträtin Fasching machte sich ebenfalls ein Bild vor Ort - und war erschüttert: „Ich bitte die Bevölkerung um Verständnis und während der Sperre auf andere der vielen vorhandenen Wanderwege im Hollabrunner Wald auszuweichen.“ Nur so könne das beliebte Erholungsgebiet mit seiner Charakteristik bestmöglich erhalten bleiben. Stadtchef Babinsky appelliert: „Bitte leisten Sie der Sperre Folge, Sie würden sich sonst selbst in Gefahr begeben. Man kann den gesperrten Bereich mit zumutbaren Alternativwegen umgehen.“

Bei der Bezirkshauptmannschaft wurde um Bewilligung eines befristeten forstlichen Sperrgebietes ab sofort bis zum voraussichtlichen Ende der Fällungen am 30.11.2020 angesucht.