Hollabrunns Grüne fordern einen grünen Campus ein. Auftragsvergaben für den Bildungscampus am Messegelände sorgten im alten Jahr noch einmal für Polit-Debatte.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 06. Januar 2021 (05:23)

2,7 Millionen Euro für die Generalplanung und Bauaufsicht (Architekten Maurer & Partner) sowie knapp 473.000 Euro für den Abbruch des Internats und der ehemaligen Fleischerschule durch die Firma Brabenetz wurden in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres im Rahmen des Bildungscampus-Projekts vergeben.

Die Grünen hatten dafür drei zusätzliche Anträge vorbereitet, die von Gemeinderätin Gabriele Bodei vorgetragen – und von der ÖVP-Mehrheit abgelehnt wurden.

Die Grünen forderten in ihrem ersten Antrag, dass der Bildungscampus – so weit dies technisch möglich sei – in klimafreundlicher Holzbauweise errichtet wird. Überall dort, wo Photovoltaik nicht möglich ist, solle eine Dachbegrünung vorgesehen werden.

Weiters solle der Platz vor dem Stadtsaal so gestaltet werden, dass ein Großteil aus Grün- und Versickerungsflächen besteht. Die im Bereich der Josef Weisleinstraße bestehenden Bäume sollen erhalten bleiben und ein Energieverbrauch von weniger als 20 kWh/m 2 werde angestrebt.

„Wir streben das nicht an, aber ich kann keine Garantie abgeben.“ Bürgermeister Alfred Babinsky zu möglicher Container-Schule

Zu diesem Antrag verwies ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky darauf, dass die Details im Baubeirat erörtert werden, in dem alle Fraktionen vertreten sind. Entsprechende Gestaltungswünsche seien dann eben dort einzubringen, wo sie besprochen werden müssen.

SPÖ, Liste Scharinger und FPÖ enthielten sich ihrer Stimmen, die 18 ÖVP-Mandatare stimmten gegen den Antrag.

Was passiert mit den alten Gebäuden?

In ihrem zweiten Antrag forderten die Grünen, dass mit Abschluss der Entwurfsplanung und vor weiteren Auftragsvergaben für den Campus ein Nachnutzungskonzept für die beiden bestehenden Volksschulgebäude und die Jahnturnhalle bekannt zu geben sei. Ebenso ein Verkehrskonzept mit besonderer Berücksichtigung einer verkehrsberuhigten Zone vor dem künftigen Campus samt fußgänger- und radfreundlicher Verbindung in die Innenstadt.

Ein Verkehrskonzept sei bereits beauftragt, erklärte der Bürgermeister. Bei den Überlegungen zur Nachnutzung lud er zu Unterstützung ein. Der Grünen-Antrag sei sehr kurzfristig gekommen und wurde von der ÖVP-Mehrheit ebenfalls abgelehnt. Alle anderen Fraktionen waren dafür.

„Die Stadtgemeinde stellt sicher, dass während der Bauphase keine Kinder in Containern unterrichtet werden müssen“, lautete der dritte Grünen-Antrag. Diese Zusage konnte Babinsky nicht geben. Er sei aber nicht interessiert daran, dass ein Container-Unterricht erfolgt. Wenn, dann wäre es nur eine Übergangslösung. Auch hier stimmte die ÖVP gegen die Opposition, die sich für den Grünen-Antrag aussprach.

Peter Tauschitz von der Liste Scharinger kritisierte indes, dass nicht über den Projekt-Status informiert wurde, obwohl im März 2019 einstimmig ein Arbeitskreis für „Campus-Themen“ beschlossen wurde. Der Arbeitskreis habe das Projekt bis zur Ausschreibung des Wettbewerbs begleitet und sich „in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen“ getroffen, entgegnete ÖVP-Vizebürgermeister Kornelius Schneider.

Beim Hauptantrag zur Auftragsvergabe für Maurer und Brabenetz enthielten sich die Grünen ihrer Stimmen.