Eva-Maria Himmelbauer: „Das ist gelebt Solidarität“. Eva-Maria Himmelbauer, Nationalratsabgeordnete der ÖVP, erzählt, wie sie diese "noch nie dagewesene Situation" erlebt, und warum es gerade jetzt ein starkes Parlament brauche.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 22. März 2020 (13:39)
Arbeitet mit daran, Hilfsmaßnahmen für all jene aufzubauen, die jetzt besonders betroffen sind: ÖVP-Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Himmelbauer.
Simonis

„Viele haben Angst um ihre Existenz“, bestätigt Eva-Maria Himmelbauer. Wie so viele andere hat die Hollabrunner ÖVP-Nationalratsabgeordnete in den letzten Tagen von zu Hause aus gearbeitet; per E-Mail, telefonisch oder via Videokonferenz. Sie habe die Zeit nicht zuletzt dafür genutzt, mit Wirtschaftsvertretern zu sprechen und nachzufragen, wo es besondere Härtefälle gibt. 

Die Bedürfnisse dieser Härtefälle sollen in die Hilfsangebote einfließen. „Aber auch Fragen zur Pflegesituation in der Region, den Ein- und Ausreisebestimmungen von Tschechien oder zum freiwilligen Zivildienst haben mich diese Woche beschäftigt“, berichtet die 33-Jährige. Sie sei besonders stolz darauf, dass so viele ihre Hilfe angeboten haben – „sei es jetzt in der Gemeinde, in der Nachbarschaftshilfe oder im freiwilligen Zivildienst; das ist gelebte Solidarität!“


Rasche Information in Krisensituation

Himmelbauer war dabei, als mit dem Landwirtschaftsministerium eine Maßnahmen zum zweiten „Covid-19-Gesetzespaket“ erarbeitet wurde. Hier gehe es vor allem darum, die Bevölkerung im Fall einer bevorstehenden Krisensituation möglichst rasch informieren und warnen zu können; wenn etwa gewisse besonders stark betroffene Orte oder Gebiete unter Quarantäne gestellt werden müssen. „Diese Information soll in Zukunft leichter per SMS möglich sein, da über 77 Prozent der Bevölkerung ein Handy besitzen.“

Die Nachrichten hatte Himmelbauer rund um die Uhr im Blick, um am Laufenden zu sein. Und sie war in Rufbereitschaft. Die Hygiene- und Sicherheitsstandards bei den Nationalratssitzungen seien sehr hoch. 

Stimmung im Parlament ist angespannt

Nach dem Coronafall eines ÖVP-Kollegen musste sie selbst nicht getestet werden, da sie keinen Kontakt mit diesem hatte. Die Stimmung sei allerdings angespannt gewesen: „Es ist eine nie dagewesene Situation. Als Abgeordnete sind wir uns aber auch unserer Pflichten bewusst“, betont Himmelbauer. „Es braucht jetzt ein starken Parlament, das die notwendigen Beschlüsse rasch trifft.“

In den kommenden Tagen werde sie weiterhin für Anliegen und Fragen vom Homeoffice aus zur Verfügung stehen. Sofern es die Gesundheit erlaubt, will die Politikerin aus dem Retzer Land auch Blut spenden gehen. „Dazu kann ich alle einladen, die sich gesund fühlen. Bitte jedoch nur alleine, nicht in Gruppen kommen!“