Motto der Hotelfachschule Retz: Gastgeber statt Kellner. Gemeinsam mit Harald Pollak hat sich die Hotelfachschule neu aufgestellt.

Von Sandra Donnerbauer. Erstellt am 17. Januar 2020 (11:05)
Punkten als klasse Gastgeber (v.l.): Stefan Adam, Jürgen Kirchner, Barbara Sablik-Baumgartner, Harald Pollak und Heimerich Hofbauer sowie (vorne, v.l.) Cagla Babaoglu und Monika Jelinkova.
Franz Enzmann

„Wir sind nicht Koch oder Kellner, sondern Gastgeber“, bringt der Retzbacher Wirt Harald Pollak auf den Punkt, was das neue Motto der Retzer Hotelfachschule ist. Gemeinsam mit Direktorin Barbara Sablik-Baumgartner und ihrem Team hat er ein Konzept für die „Klasse! Gastgeber“ ausgearbeitet, die im September mit 30 Schülern gestartet ist.

Wert gelegt wird in der dreijährigen Schule darauf, umfassende Einblicke in alle Bereiche des Berufs zu bekommen. Die Beschäftigung mit der Region, ihren Weinen, regionalen Lebensmitteln und wie man sie mit wenigen Handgriffen kulinarisch in Szene setzen kann, ist dabei ebenso wichtig wie die neueste Küchentechnik oder die Gästebetreuung.

Neu ist außerdem, dass besonders im zweiten Jahr der Unterricht teils in Pollaks Kochschule im Retzbacherhof stattfinden und er selbst als Ansprechperson für die Schüler zur Verfügung stehen wird. „Mit mir als Außenstehendem spricht es sich sicher leichter, wenn es ein Problem bei der Praxis gegeben hat oder Fragen auftauchen“, will er für ein regelmäßiges Coaching sorgen. Auch Vorträge weiterer Experten aus der Praxis sowie Betriebsbesichtigungen sind vermehrt geplant.

Harald Pollak hofft, mit diesem Engagement auch seinen Berufsstand wieder aufzuwerten und für junge Menschen attraktiver zu machen. „Es braucht uns wirklich niemand zu bedauern. In der Region schlummert noch so viel Potenzial“, sieht er vor allem den Raum Znaim und Brünn als großes Einzugsgebiet für den Tourismus.

Ministerin gab Startschuss für Neubau

„Im Gastgewerbe steht einem die Welt offen“, unterstreicht Gerhard Breunhölder, der sich als „Koch mit Leib und Seele“ bezeichnet. Als Küchenleiter durfte er bereits bei zahlreichen Absolventen, die nun international erfolgreich sind, den Grundstock in der Küche legen.

Aber auch beim Neubau des Schulgebäudes geht es voran. Noch von Bildungsministerin Iris Rauskala wurde der Startschuss für den Neubau am Rupert Rockenbauer-Platz gegeben. Aktuell stehe man bei der Finalisierung der Einreichpläne und Innenausstattung, während vom Bund bereits die Finanzierung des Gebäudes ausgeschrieben wurde.

Wenn alles wie geplant läuft, soll noch heuer mit dem Umbau des leer stehenden HAK-Gebäudes begonnen werden. Die Vorfreude auf das neue Schulgebäude ist bei Schülern, Lehrern und der Direktorin schon jetzt sehr groß. „Aber wir freuen uns nicht nur über das neue Haus, sondern auch, dass wir es durch solche Projekte in Zusammenarbeit mit Menschen aus der Region mit Leben erfüllen“, sagt Sablik-Baumgartner.