Bezirk Hollabrunn: Impfungen bei Älteren ratsam. Heuer wurde etwas mehr gegen Grippe geimpft, generell lassen sich aber immer weniger Menschen impfen.

Von Belinda Krottendorfer und Sandra Donnerbauer. Erstellt am 12. Februar 2020 (05:40)
Christine Kronberger empfiehlt den „Impfpass-Check“ von der Stadtapotheke.
Belinda Krottendorfer

Wer kennt das nicht? Gerade in der kalten Jahreszeit wird überall gehustet und geniest, da fängt man sich schnell einmal etwas ein. Besonders älteren Menschen wird geraten, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Die NÖN wollte wissen, gegen welche Krankheiten sich die Menschen impfen lassen sollten und welche Gruppen besonderen Impfschutz brauchen.

In der Stadtapotheke in Hollabrunn stehen die Menschen schlange, um Medikamente gegen Schnupfen, grippalen Infekt und Co. zu erstehen. Christine Kronberger, Leiterin der Stadtapotheke, empfiehlt Impfungen vor allem gegen Kinderkrankheiten, Grippe, Pneumokokken und FSME (Zecken). Besonders für Personen ab 50 Jahren, mit Diabetes oder mit Übergewicht seien Impfungen ratsam. „Lungenentzündungen sind bei Älteren sehr gefährlich“, weiß die Apothekerin.

„Vor allem bei Herz-Lungen- und Nierenerkrankungen ist das wirklich wichtig!“ 
Anna-Katharina Margeta und Katharina Heger über Auffrischungsimpfungen

Auffrischungen sollte man in der vorgeschriebenen Zeit vornehmen, ein Info-Folder dazu ist in den Apotheken erhältlich. In der Stadtapotheke werden auch Impfstoffe verkauft, an denen man den Trend zum Impfen erkennen kann. „Mehr wird’s eher nicht“, informiert Kronberger, „in den letzten Jahren ist es sogar weniger geworden, vor allem bei Grippe, heuer aber wieder etwas mehr.“

Impfgegner haben vor allem Angst vor Nebenwirkungen und befürchten, trotz Impfung krank werden zu können. Kronberger selbst habe noch keine Nebenwirkungen von Impfungen erlebt.

Als Hygienemaßnahmen empfiehlt sie frische Luft, Menschenansammlungen zu meiden und Hände mit Desinfektionsmittel zu waschen. Um das Immunsystem zu stärken, gebe es in der Apotheke verschiedene Medikamente mit Vitamin C, Zink und Vitamin D oder mit pflanzlichen Abwehrstoffen. Diese Maßnahmen helfen bei einer echten Grippe aber nicht. „Da hilft wirklich nur eine Impfung“, betont Kronberger.

Den aktuellen Trend zu Schutzmasken merkt Kronberger auch in Hollabrunn: „Sie werden schon verlangt und sind ständig ausverkauft, da man nur kleine Nachschübe bekommt.“ Es solle jedoch jeder für sich selbst entscheiden, ob er eine Schutzmaske für sinnvoll hält.

„Wenn man angeniest wird, hält sie die Tröpfchen schon auf, aber man kann sie nicht ständig tragen“, merkt die Apothekerin an.

Für die beiden Ärztinnen Anna-Katharina Margeta und Katharina Heger, die ihre gemeinsame Praxis in Niederfladnitz und Riegersburg führen, sind Impfungen vor allem für Kinder unerlässlich. Ebenso müsse sich das medizinische Personal sowie immungeschwächte und chronisch kranke Patienten unbedingt in den vorgesehenen Abständen impfen lassen. „Vor allem bei Herz-Lungen- und Nierenerkrankungen ist das wirklich wichtig“, mahnen die Allgemeinmedizinerinnen, hier genau aufzupassen.

Auf die Frage, was die wichtigsten Auffrischungsimpfungen seien, stimmen die Ärztinnen mit der Hollabrunner Apothekerin überein: Auf alle Fälle Diphterie/Tetanus, Pneumokokken, Influenza und die Zeckenschutzimpfung FSME. In Zeiten von Grippeepidemien sei „Händewaschen das um und auf“, um möglichst gesund zu bleiben. Zusätzlichen Schutz könne natürlich noch die regelmäßige Desinfektion der Hände bringen. Hilfreich sei es außerdem, in der „Grippe-Zeit“ vor allem größere Menschenansammlungen zu meiden, so der Rat der beiden Ärztinnen.

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