Land um Hollabrunn: Ein Anflug neuer Bahn-Hoffnung. Einigkeit im Landtag: Nordwestbahn soll selektiv zweigleisig ausgebaut werden.

Von Sandra Frank. Erstellt am 06. Juli 2019 (06:41)
Die Grünen
Am Göllersdorfer Bahnhof werden Gegenzüge abgewartet. Das soll bald geändert werden, fordert Georg Ecker.

„Es ist derzeit wieder ein Wahnsinn“, beobachtet Landtagsabgeordneter Georg Ecker (Die Grünen) das Geschehen auf der Nordwestbahnstrecke zwischen Stockerau und Hollabrunn. Kein Tag vergeht, an dem die Pendler nicht über Verspätungen, Zugausfälle, lange Wartezeiten oder ausgefallene Klimaanlagen klagen.

Nur wenige Minuten Verspätung in Wien haben in Göllersdorf zur Folge, dass dort aufgrund der Eingleisigkeit der Strecke ein Gegenzug abgewartet werden muss – zermürbend für die Pendler.

Ecker bleibt skeptisch, Hogl sieht wichtigen Schritt

„Wir sind sehr erfreut über den langsamen Sinneswandel der ÖVP Niederösterreich“, war Ecker über einen Grundsatzbeschluss überrascht, der im Landtag gefasst wurde: Einem selektiven zweigleisigen Ausbau der Nordwestbahn wurde zugestimmt. Und das, obwohl die ÖVP vor etwas mehr als einem Jahr keinen Bedarf in einem zweigleisigen Ausbau der Strecke sah. „Das zeigt: Konsequenz und Hartnäckigkeit zahlen sich aus“, meint der Abgeordnete. Jubeln will er aber erst, wenn die Gleise auch tatsächlich verlegt werden.

Während Ecker skeptisch bleibt, spricht sein schwarzes Pendant im Landtag, Richard Hogl, von einem wichtigen Schritt des Landtags, um Druck in Richtung Bund zu machen, „um für Niederösterreich wichtige Infrastrukturprojekte voranzutreiben“.

Es gab gleich zwei Resolutionen, die die Infrastruktur betrafen: Die Abgeordneten forderten Investitionen in der Stadt-Umland-Region Wien-Niederösterreich, wie etwa Bahnsteigverlängerungen sowie den Bau einer neuen S-Bahn-Achse. Zum anderen wurden von den Abgeordneten Investitionen in NÖ Regionalbahnen, wie zum Beispiel den selektiven zweigleisigen Ausbau der Nordwestbahn, gefordert.

NOEN
Richard Hogl (VP) sieht den Druck auf die Bundesregierung erhöht.

„Wir wollen einen möglichst umfassenden Schienenausbau, um die Mobilitätswende in Niederösterreich voranzutreiben“, meint Hogl. Denn gerade für die Pendler in seinem Heimatbezirk gelte: „Ohne Ausbau in Wien sind keine Verbesserungen auf der Nordwestbahn möglich. Das haben wir schon in der Vergangenheit betont und immer wieder Maßnahmen eingefordert.“

Der VP-Bezirkschef ist erfreut über die Einstimmigkeit; sie stärke die Verhandlungsposition gegenüber den Verantwortlichen im Bund. Ecker ist das nicht genug. „Der Antrag enthält nur eine Aufforderung an die Bundesregierung, zu handeln.“ Doch für den Grünen ist klar, auch die NÖ Landesregierung ist in der Pflicht. „Wenn ständig die Verantwortung abgeschoben wird – wie in diesem Fall vom Land zum Bund – passiert nichts.“ Er findet, dass endlich alle Ebenen etwas zum Ausbau der Nordwestbahn beitragen müssen. Und zwar schnell: „Die Pendler brauchen dringend mehr Sitzplätze und weniger Verspätungen“, will Ecker aufs Tempo drücken.

Zentrale Frage sei außerdem, in welchen Teilbereichen der Ausbau passieren soll. „Jeder Ausbau der Strecke ist zu begrüßen, die nachhaltigste Lösung wäre der zweispurige Ausbau zwischen Stockerau und Hollabrunn“, ist Ecker überzeugt.

Auch der für den westlichen Teil des Bezirks wichtige Ausbau der Franz-Josefs-Bahn wird vom Landtag gefordert.