Hollabrunner „Living City“ wird zum Wahlkampf-Thema. ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky ist froh über neue Bewegung in der Innenstadt. Den Grünen fehlt es indes an "beherzter Ambition der Mehrheitspartei ÖVP".

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 19. Januar 2020 (14:23)
Bürgermeister Alfred Babinsky, Frieden-Vorstand Christoph Scharinger und Architekt Jürgen Eicher präsentieren die Planung für die „Living City“ in der Fuzo.
Foto: Fotostudio Buttinger; Entwurf und Rendering © Architekt Knötzl

Gemeinsam mit Christoph Scharinger, Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft „Frieden“, und Planer Jürgen Eicher präsentierte ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky das große Hoffnungsprojekt zur Belebung der Hollabrunner Fußgängerzone. Auf dem Areal, das sowohl von der Sparkassegasse als auch von der Brunnthalgasse zugänglich ist, werden Wohnungen, Geschäfts- und Büroflächen errichtet. Kritik kommt von den Grünen. 

Er sei erfreut, dass mit diesem Projekt „nach der jahrelangen Inaktivität des Vorbesitzers Dr. Frasl jetzt endlich Bewegung in die Sache kommt“, sagt der Bürgermeister. Die ehemaligen Stenzl-Häuser und das benachbarte ehemalige Radda-Haus, haben den Besitzer gewechselt.

"Living City"-Projekt wird Frequenz in Fußgängerzone erhöhen

Die „Frieden“ wird hier ab 2021 das Objekt „Living City“ errichten – mit drei hintereinander liegenden Blöcken, rund 100 geförderten Wohnungen, überdachten Parkplätzen und einem Gewerbebereich. „Die tatsächliche Konfiguration richtet sich nach den Bedürfnissen der künftigen Mieter, auf die wir mit diesem Konzept individuell eingehen können“, erläutert Scharinger. Das ehemalige Stenzl-Haus (Sparkassegasse 13) bleibt bestehen und wird in den Komplex eingebunden.

Babinsky ist überzeugt, dass die Frequenz in der Fußgängerzone mit dem Projekt deutlich erhöht und das Stadtzentrum nachhaltig belebt wird. Dazu komme das Projekt am Standort des ehemaligen Bauer-Hauses am Hauptplatz, wo die Immobilienfirma FAWE ebenfalls Wohnungen, Geschäftsflächen und Parkplätze schafft.


Grüne: "Ambition der Mehrheitspartei fehlt"

Weniger euphorisch äußern sich die Hollabrunner Grünen dazu. Seit vielen Jahren würden die Enttäuschungen in der Innenstadt kein Ende nehmen. „Erst im Dezember hat das Vorzeigeprojekt Luna die Geschäftsstelle in der Fußgängerzone geschlossen. Warum werden mutige Menschen, die den Versuch wagen, in der Stadt Fuß zu fassen, immer so allein gelassen?“, fragt Gemeinderatswahlkandidatin Gabriele Bodei und meint: „Es fehlt an beherzter Ambition der Mehrheitspartei ÖVP, wenn es um die sinnhafte Belebung der Innenstadt geht.“

Dass einzelne Auslagen verschönert und private Projekte vorgestellt werden, sei positiv, aber wohl der bevorstehenden Wahl geschuldet. Bodei betont: „Wir haben mit Radbörse, Kinoveranstaltungen und Bastelständen am Wochenmarkt immer wieder Zeichen für die Belebung der Innenstadt gesetzt und werden das in Zukunft noch verstärkt tun.“ Es sei ein Hauptanliegen der Grünen, der wachsenden Stadt ein Zentrum der Kommunikation, einen Wohlfühlort zur kommunikativen Begegnung zu bieten.


Bäume und Blumen für besseres Innenstadt-Klima

„Zehn von 35 Geschäften stehen in der Fußgängerzone leer“, spricht Grünen-Spitzenkandidat Georg Ecker von einem Versagen der Verantwortlichen in der Gemeinde. Die Politik müsse aktiv Akzente setzen „und nicht nur darauf warten, dass private Initiativen von Erfolg gekrönt sind“. 

Georg Ecker ortet effektive Mietzuschüsse für neue Unternehmen und enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe der Gemeinde auch mit den Vermietern. „Wir müssen dieser Negativspirale etwas Positives und Schönes entgegensetzen“, fordert der Grünen-Frontmann zudem eine Begrünung der Fuzo mit Bäumen und Blumen, die einen wesentlichen Beitrag zu einem besseren innerstädtischen Klima beitragen würden. „Die Innenstadt soll aus Aufenthaltsraum erlebbar sein“, vermisst Bodei ausreichend Gelegenheiten zum Verweilen.