Nina Proll zu Gast in Hollabrunn: Glamour der Vorstadt. Sängerin & Schauspielerin Nina Proll kommt mit ihren „Vorstadtliedern“ zu Besuch nach Hollabrunn. Die NÖN sprach mit dem Star über den „g’schupften Ferdl“ und „tiefe Texte“.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 27. September 2017 (03:54)
Günther Egger
Dass die Vorstadt auch glamourösen Charme versprüht, das stellt Nina Proll mit ihren „Vorstadtliedern“ eindrucksvoll unter Beweis. Foto: Günther Egger

Nina Proll hat eine einzigartige Karriere hingelegt. Nach einer Musical-Ausbildung in Wien stellte sich schon bald Erfolg in der Schauspielerei ein, der unter anderem in der Serie „Vorstadtweiber“ gipfelte. Mit den „Vorstadtliedern“ ist sie wieder zu ihrer „alten“ Leidenschaft, der Musik, zurückgekehrt. Am 6. Oktober um 19.30 Uhr gastiert sie mit dem mitreißenden Programm im Hollabrunner Stadtsaal.

NÖN: Wie groß ist für Sie, als „Kind vom Land“ und Künstlerin, die in einer Großstadt arbeitet, der Spagat zwischen Stadt und Land?

Nina Proll: Es ist tatsächlich nicht immer einfach. Und mit sehr viel reisen, planen und telefonieren verbunden. Einiges kann ich natürlich von zu Hause aus machen, vieles aber nicht, und so bin ich permanent am Koordinieren, wann wer wo ist und wie und von wem die Kinder betreut werden.

Gibt es so etwas wie Glamour in der Vorstadt?

Glamour gibt es überall, man muss ihn nur sehen bzw. dafür sorgen. Ich finde, ein abgefucktes Vorstadtbeisl kann genauso viel Glamour haben wie ein Nobelclub in St. Tropez oder das Rotlichtviertel in Bangkok.

Schüchtert einen ein Vorbild wie Cissy Kraner am Anfang der Probenarbeit ein?

Einschüchtern wäre das falsche Wort. Ich würde sagen, die Vorbilder geben eine Latte vor und man muss versuchen, diese zu überwinden, etwas Eigenes draus machen. Egal, ob das Cissy Kramer, Seiler und Speer oder Josef Hader ist – wir haben hoffentlich unsere eigene Interpretation gefunden, nicht zuletzt dank der Arrangements von Christian Frank. Die Lieder klingen zum Teil komplett anders als die Originale.

Was macht den Unterschied aus, wenn Sie als Frau den „g’schupften Ferdl“ singen?

Es gibt für mich da keinen Unterschied. Es ist einfach eine nette Vorstadt-Anekdote über die Freizeitgestaltung in „Neulerchenfeld“.

„Ich habe immer schon ein Faible für diese tiefen Texte gehabt“, haben Sie einmal gesagt. Weil Sie diese Texte als ehrlicher empfinden?

Dialekt hat immer mehr Kraft als die Hochsprache, weil er emotional aufgeladen ist und viel deutlichere Bilder produziert. Und natürlich hat alles, was im Dialekt ist, auch mehr Komik. Für mich zumindest.