Ist er unerwünscht?. Landtagsabgeordneter Walter Naderer jun. bläst in der ÖVP-dominierten Stadtgemeinde rauer Wind entgegen.

Von Günter Rapp. Erstellt am 11. Juni 2014 (08:10)
NOEN, Rapp
Fühlt sich in der eigenen Heimatgemeinde ausgegrenzt: Walter Naderer jun (ganz links). Foto: Rapp
„Anscheinend ist es seitens der Gemeindeführung nicht erwünscht, dass ich bei offiziellen Anlässen dabei bin“, vermutet Landtagsabgeordneter Walter Naderer jun. Er gehört dem vom Team Stronach abgespaltenen „Team Niederösterreich“ im NÖ Landtag an.

„Ich gehöre offenbar der falschen Partei an“

Einer der letzten bezeichnenden Vorfälle ereignete sich am Rande der Eröffnung des Wanderwegenetzes in Maissau: Naderer wollte auf einer der Wanderrouten sein umfangreiches Wissen über Flora und Fauna weitergeben, wurde aber darauf aufmerksam gemacht, dass man dafür keine Zeit habe. „Ich gehöre offenbar der falschen Partei an“, meinte der 52-Jährige zur NÖN.

Bereits im Vorfeld des jetzt endlich realisierten Wanderwegeprojektes hatte es Turbulenzen gegeben. Naderer: „Ich hatte auf eigene Kosten Tafeln für die Wanderwege anfertigen lassen, aber die durften letztlich nicht verwendet werden – weil sie eben von mir stammten!“ Auch viele seiner Ideen, die er noch als ÖVP-Wirtschaftsbundmitglied preisgegeben hatte, seien jetzt von ÖVP-nahen Projektanten umgesetzt worden.

Anschuldigungen aus der Luft gegriffen? 

„Gegen die Anschuldigung, Walter Naderer würde absichtlich bei öffentlichen Veranstaltungen ignoriert, verwahre ich mich ganz entschieden!“, entgegnet Maissaus Bürgermeister Josef Klepp. Es stimme schon, dass man anfangs manchmal vergessen habe, den Abgeordneten Naderer zu begrüßen. „Aber das war ein Lapsus, der eben passiert ist, als Naderer ganz neu im Landtag war.“

Dass der Landtagsabgeordnete beim Durchschneiden des Bandes bei der Wanderwegeröffnung in der Amethyst Welt nicht am Foto war, erklärt Klepp so: „Alle Ehrengäste wurden von mir zum Durchschneiden eingeladen, aber Naderer kam leider nicht.“

Und dass der Kfz-Unternehmer in seiner Heimatgemeinde Limberg keine Maitafel erhielt, soll laut oberstem Feuerwehrchef und Bürgermeister Klepp auf ein Versehen innerhalb der FF Limberg zurückzuführen sein. „Er ist eben erst sehr kurz im Amt.“