Das war das Jahr 2021 im Bezirk Hollabrunn

In unserem Jahresrückblick findet ihr alle wichtigen Ereignisse des Jahres 2021 im Bezirk Hollabrunn.

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 05:06
Lesezeit: 14 Min

Neue BH-Stellvertreterin

Renate Giller-Schilk folgt als Stellvertreterin von Bezirkshauptmann Andreas Strobl auf Karl-Josef Weiss, den es nach Tulln gezogen hat. Die Juristin, die mit ihrer Familie in Gerasdorf lebt, war zuvor 23 Jahre lang an der BH Gänserndorf sowie an der BH Mistelbach beschäftigt.

Verkehrstoter

Beim Zusammenstoß mit einem von einem Teenager gelenkten E-Pkw auf der L 51 zwischen Aspersdorf und Maria Roggendorf kommt ein 55-Jähriger aus der Gemeinde Hollabrunn ums Leben.

Leeb vs Leeb: Polit-Stunk um Schöngraberner Amtshaus

Eine Auftragsvergabe an die Firma „planen-bauen-wohnen“ von ÖVP-Bürgermeister Herbert Leeb für die Planung des Gemeindeamt-Umbaus in Schöngrabern sorgt für heftige Diskussionen im Gemeinderat. „Ausschreiber und Bieter sollten nicht dieselbe Person sein“, lautet das Argument der Bürgerliste rund um Georg Leeb. Diese will bei einer Sitzung darüber debattieren. Doch zuerst wird die Öffentlichkeit von ÖVP/SPÖ ausgeschlossen, dann die Diskussion abgewürgt. Vom Polit-Zank hat der Gemeindechef bald genug und zieht das Angebot seiner Firma – es ist mit Abstand das billigste – zurück.

Verkehrsschilder im Visier

Ein Eierwerfer hält die Straßenmeistereien in Ravelsbach, Hollabrunn und Eggenburg auf Trab. Er beschädigt Verkehrsschilder. Den Schaden zahlt die Allgemeinheit. Es wird Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Urteil nach Bankraub

Jene 20-Jährige, die im September 2020 mit einem Fahrrad die Raika in Alberndorf überfallen hat, wird zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, acht Monate davon unbedingt. Es wird Bewährungshilfe angeordnet.

Wehren-Wahlen

114 Feuerwehren im Bezirk wählen ihre Kommandos neu, Felling schließt sich der FF Hardegg an. Es gibt 30 neue FF-Chefs, 19 davon sind davor bereits als Stellvertreter im Kommando gewesen. Mit Denise Gruber (Pfaffendorf-Karlsdorf) gibt es erstmals eine Stellvertreterin.

Erste Visualisierung vom Hollabrunner Schulcampus

Die Gemeinde präsentiert im März die ersten Details für den Schulcampus, eingebettet am Messegelände. Die verkehrsberuhigte Weisleinstraße soll Puffer zwischen Verkehr und Schulen sein. Mit der Konstituierung eines Baubeirats fällt der Startschuss für die Umsetzung des 25-Millionen-Euro-Projekts mit 20 Volksschulklassen, neun Sonderschulklassen, Musikschulräumlichkeiten, Nachmittagsbetreuung und Dreifachturnhalle. Die Preisexplosion in der Baubranche lässt die Stadtväter schwitzen. Doch der Zeitplan –
Inbetriebnahme mit dem Schuljahr 2023/24 – soll halten.

Maurer & Partner ZT GmbH
Foto: Maurer & Partner ZT GmbH

Kung Fu zu

Die Betreiber der Hollabrunner „IWKA Kung Fu Schule“, Stefan und Sonja Fried, teilen mit, dass die Schule aufgrund der Lockdown-Verlängerung mit Ende Februar dauerhaft schließt.

Mysteriöser Überfall

Eine 77-jährige Frau wird im Februar in ihrem Haus in Aspersdorf von einem unbekannten Täter mit Pfefferspray attackiert und niedergeschlagen. Er sucht dann jedoch rasch das Weite; möglicherweise, weil er selbst viel vom Pfefferspray abbekommen hat, vermutet der Sohn.

Impfpremiere

Am 23. März wird erstmals im Hollabrunner Stadtsaal geimpft. Rund 1.600 Personen sind für das erste Kontingent in der Impfstraße angemeldet. Später wird die von der Gemeinde organisierte Impfstraße zum NÖ Impfzentrum und das Land NÖ mietet dafür den Stadtsaal.

Polit-Geplänkel

Die Hollabrunner Stadträte Wolfgang Scharinger (Bürgerliste), Sabine Fasching (Grüne) und Friedrich Dechant (SPÖ) fühlen sich von der ÖVP ausgegrenzt und übergeben aus Protest 90 Fragen an den Stadtamtsdirektor bzw. an ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky. Dieser zeigt sich versöhnlich. Später wird ein „Verhaltenspakt“ geschlossen.

HLW-Initiative gegen Abschiebung

Die Jugendlichen der Abschlussklasse der HLW Hollabrunn starten einen Hilferuf. Denn ihr ehemaliger Mitschüler und Freund Abdullah Hossaini (22), Flüchtling aus Afghanistan, soll im März abgeschoben werden. Sein Ansuchen auf Asyl wird abgelehnt.

Die HLW Hollabrunn zittert mit ihm mit: Abdullah Hossaini entgeht der geplanten Abschiebung.
Die HLW Hollabrunn zittert mit ihm mit: Abdullah Hossaini entgeht der geplanten Abschiebung.
Foto: privat

Herausgerissen aus dem dritten Lehrjahr, werde ihm nun die Möglichkeit verwehrt, seine Ausbildung zu beenden und den Lehrabschluss zu erhalten. Die ehemaligen Klassenkameraden vermissen Nächstenliebe und prangern an: „All seine Bemühungen für ein menschenwürdiges Leben in einer sozialen Gesellschaft waren somit sinnlos!“ Auch ehemalige Lehrerinnen und Betreuerinnen zeigen sich schockiert und hoffen, dass Abdullah doch noch eine Chance erhält.

Um „gegen unmenschliche Abschiebungen“ etwas zu bewirken und Abdullah zu helfen, wird von HLW-Schülerinnen eine Petition gestartet. Im April können sie über fast 27.000 Unterstützer jubeln. Abdullah Hossaini ist gerührt: „Ich kann es gar nicht beschreiben! Es ist ein sehr schönes Gefühl, so viele Leute hinter sich zu wissen.“ Er meint: „Wenn eine Person gut integriert ist, in die Schule geht oder einen Job hat, sollte man sie nicht abschieben. Das ist anders, als wenn jemand faul ist.“

Wenige Wochen später steht fest: Der junge Mann bekommt doch humanitäres Bleiberecht zugesprochen. Sein Lehrherr möchte ihn weiterhin in seinem Betrieb in Mayrhofen (Tirol) beschäftigen.

In der HLW ist man stolz auf die Absolventinnen, die „mit ihrer äußerst erfolgreichen Petition den Stein ins Rollen gebracht haben“. Die Welle der Solidarität habe Abdullah geholfen, die Zeit der Ungewissheit einigermaßen gefestigt zu überstehen.

Startschuss fürs Parkdeck

Landesrat Ludwig Schleritzko, ÖBB-Vorstandsdirektor Franz Bauer und Bürgermeister Alfred Babinsky nehmen den Spatenstich für das neue Parkdeck am Hollabrunner Bahnhof vor. 708 Stellplätze werden im Rahmen des 10,4-Millionen-Euro-Projekts errichtet.

Parkplatzproblem in der Weinstadt

Das Parken im Zentrum von Retz soll neu geregelt werden. Ein erster Vorschlag lässt die politischen Wogen hochgehen.

Die Kurzparkzone soll im Stadtkern ausgeweitet werden, die Gebühren für die Ausnahmegenehmigungen sollen angehoben werden. So stellt es sich jedenfalls der Gemeinderat vor. Einstimmig werden die neuen Regeln beschlossen. Als das publik wird, laufen Bürger dagegen Sturm, 250 Euro im Jahr für Dauerparker sind unverhältnismäßig viel, meinen sie.
Der Gemeinderat berät neu, der Beschluss über das gebührenpflichtige Parken wird – wieder einstimmig – aufgehoben, weil er umstritten und sogar rechtswidrig ist. Ein Konzept soll mit Experten ausgearbeitet werden, verspricht die Stadtführung.

Monate später vermisst die Bürgerliste „Wir für Retz“ die angekündigten Pläne. Sie will außerdem die derzeit gültige Kurzparkzone aufheben. Davon hält der im Verkehrsausschuss zuständige Stefan Lang nichts. Dort soll nun gemeinsam das Konzept erarbeitet werden.

Politiker aus Leidenschaft

Der ehemalige LH-Stellvertreter, Staatssekretär und Nationalratsabgeordnete Hannes Bauer feiert am 18. März seinen 80. Geburtstag. „Die Sache ist wichtiger als der eigene Erfolg. Nur so kann eine Idee keimen“, sagt der amtierende Präsident des NÖ Pensionistenverbandes im NÖN-Gespräch.

Landesrat als Sprengmeister

Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger (2.v.r.) besucht Florian Hengl (r.) in dessen Steinbruch in Limberg. Nach einer lehrreichen Führung wird er Zeuge einer Sprengung, die 12.000 Tonnen Gestein in 230 Millisekunden freisetzt. 1.900 Kilo Sprengstoff werden dafür auf 27 Bohrlöcher verteilt.

Landesrat sprengt
Foto: Sandra Frank

Ziersdorf wird Bezirksstelle

Nach 15 Jahren übergibt Alt-Bürgermeister Johann Gartner im März die Leitung des Roten Kreuzes in Ziersdorf an Markus Hofmann. Außerdem wird die bisherige Dienststelle vom Landesverband zur Rotkreuz-Bezirksstelle erhoben.

„Es war wie ein Bombenangriff“

Der 24. Juni bleibt den Menschen im Bezirk sicher ewig in Erinnerung, denn einig sind sich alle: So etwas gab es noch nie! Mehrere Unwetter brauen sich zusammen und hinterlassen eine Spur der Verwüstung: Tennisballgroße Eiskugeln schlagen in Dächer und Autos ein. Die Unwetter ziehen vom Südwesten des Bezirks in Richtung Nordosten. Mehrere Notrufe pro Minute werden abgesetzt, sogar den Feuerwehrmännern selbst wird bange, als die Hagelgeschoße quer auf die Fenster schlagen.

Ziersdorf, Hohenwarth und Suttenbrunn zählen zu den Hotspots, hunderte Dächer sind beschädigt. Am nächsten Tag werden mit Kränen und Drehleitern die Planen angebracht, die rasch Mangelware sind.

Unzählige Planen werden nach dem Unwetter gebraucht, um die zerstörten Dächer
Unzählige Planen werden nach dem Unwetter gebraucht, um die zerstörten Dächer – wie hier in Hohenwarth – vorübergehend abzudichten.
Foto: FF Hohenwarth

„Es war wie bei einem Bombenangriff. Ein Wahnsinn! So was haben wir noch nicht erlebt“, schüttelt Suttenbrunns Ortsvorsteher Anton Aigner den Kopf. In der Hollabrunner Katastralgemeinde bleibt kein Dach verschont, Fenster- und Autoscheiben sind zersprungen. Die Dorfbewohner wissen gar nicht, wo sie mit den Aufräumarbeiten beginnen sollen. Die Ernte ist ebenfalls im Eimer. Besonders in der Region Wullersdorf und Mailberg. Dort beklagen Winzer bis zu 100 Prozent Ernteausfall, Rebstöcke sind für Jahre geschädigt, befinden sich nach dem Unwetter im Koma.

Die Bilanz der Feuerwehr: 7.533 Einsatzstunden bei rund 500 Einsätzen mit in Summe 1.187 eingesetzten FF-Mitgliedern in sieben Tagen.

Trotz der nie dagewesenen Schäden, wissen die Menschen im Bezirk, dass es noch schlimmer kommen hätte können. Ein Blick über die Grenze genügt: In Südmähren tobt am selben Tag ein Tornado, der sogar Todesopfer fordert.

Wirbel um Bauland-Projekt

Die Gemeinde Göllersdorf will in Bergau ein vier Hektar großes Areal zur Baulandschaffung ankaufen. Doch zwei Grundstücksbesitzer legen sich quer, weil sie die Immobilienertragssteuer nicht zahlen wollen. Die Bürgermeister-ÖVP will, dass die Gemeinde den Betrag (30.000 Euro) übernimmt, doch die Opposition ist dagegen, hier in die Knie zu gehen. Das Projekt stockt.

Neuer Taktgeber

Im Blasmusikbezirk Hollabrunn werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Der langjährige Bezirkskapellmeister Johann Pausackerl (1994 bis 2003, 2015 bis 2021) tritt unter großem Dank in die zweite Reihe und wird vom Unterdürnbacher Robert Eigner beerbt.

Sieg bei Red-Bull-Flugshow

Als „unberechenbar“ beschreibt „Bruchpilot“ Marco Ruby, mit welchem Gefühl er und seine Crew, die „Flügelmütter“ aus Groß, bei der spektakulären Red-Bull-Flugshow in der Brigittenauer Bucht mit ihrer überdimensionalen Puch Maxi an den Start gehen. Am Ende fliegt die Konstruktion, die Jury vergibt hohe Punkte und die „Flügelmütter“ gewinnen den legendären Wettbewerb.

Red Bull
Foto: Red Bull

Kriegsmaterial und NS-Devotionalien gehortet

Eine anonyme Anzeige hat für einen 53-Jährigen im Retzer Land im Jänner eine Hausdurchsuchung des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) sowie einen Schwurgerichtsprozess am Landesgericht Korneuburg zur Folge. Nazi-Devotionalien sowie über 200 Kilo an Waffen und Munition werden bei ihm gefunden, darunter Handgranaten, Flak-Kartuschen und Vollmantelpatronen. Der unbescholtene Mann wird zu einer 15-monatigen bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.

Imker übernehmen Schlossgasthof

Verena und Thomas Hagelkruys, Imker aus Fahndorf, betreten neues Terrain und übernehmen im Mai den Schlossgasthof bei der Rosenburg. Den Gastro- und Hotelbetrieb wollen sie auch als Plattform für ihre Produkte aus dem Bienenvolk nutzen.

Haft nach Überfall in Kiblitz

Eine 42-jährige Tschechin, die im Jänner eine 66-Jährige in Kiblitz brutal überfallen hat, ist am Landesgericht Korneuburg wegen mehrerer Delikte angeklagt. Sie bestreitet jede Schuld, die Beweislast ist jedoch erdrückend und die Frau wird zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Corona im Bezirk Hollabrunn

Über weite Strecken des Jahres zählt Hollabrunn zu jenen Bezirken, die die „besten“ Corona-Zahlen aufzuweisen haben. Der Inzidenzwert (Infizierte je 100.000 Einwohner) liegt zumeist unter dem Bundes- und Landesschnitt. Von Clustern bleibt die Region dennoch nicht verschont.

So ist Ende Jänner, Anfang Februar von 19 infizierten Beamten in der Untermarkersdorfer Polizeistation zu hören, wo für die Grenzkontrollen mehrere Einheiten zugeteilt sind. Der NÖN-Bericht darüber ist übrigens der meistgeklickte 2021 im Hollabrunner Kanal.

Mit Spannung verfolgt wird wenige Tage später auch die Berichterstattung über einen Cluster im Pflege- und Betreuungszentrum Hollabrunn, der zwischenzeitlich auf 70 Corona-Fälle anwächst (57 Bewohner, 13 Mitarbeiter). Im Klinikum Hollabrunn sind zur gleichen Zeit knapp 20 Mitarbeiter Covid-positiv.

Gegen Ende des Jahres sorgen Corona-Cluster im Retzer Caritas-Wohnhaus sowie in der Justizanstalt Sonnberg für eine angespannte Lage und schlechte Inzidenzwerte im Bezirk. Insgesamt verweisen die Verantwortlichen aber auf zumeist milde Symptome, die auf die gute Impfquote zurückgeführt werden. Die Zahl der Corona-Toten im Bezirk steigt von 1.1. 2021 bis Weihnachten von 26 auf 64 Todesfälle.

Sportstüberl in Caritas-Hand

Die Caritas übernimmt mit Juni das Sportstüberl in Großkadolz und verwöhnt die Gäste dort mit Frühstück und Snacks. Damit wird in der Region eine neue Aufgabe für Menschen mit Behinderungen geschaffen.

Rotkreuz-Abschied von Grusch

Der langjährige Hollabrunner Bezirkshauptmann Stefan Grusch übergibt sein Amt als Rotkreuz-Bezirksstellenleiter an Andreas Strobl, der ihm 2017 als BH-Chef nachgefolgt war. Nach 15 Jahren beim Hollabrunner Roten Kreuz gibt es Standing Ovations für Grusch, der nun Bezirkshauptmann in Gmünd ist.

Neuer Markt im Pulkautal

In Hadres feiert der „Köllagossn-morkt“ rund um den Wohlfühlplatz seine Premiere und etabliert sich prompt als monatlicher Fixpunkt im Pulkautaler Veranstaltungskalender.

Lifting für die Sporthalle

Nach mehr als 45 Jahren wird die Hollabrunner Sporthalle fit für die nächste Generation gemacht. Mit einem Investitionspaket von rund 550.000 Euro wird ein Sportboden der neuesten Generation installiert, die mobile Tribüne wird durch einen Fixeinbau ersetzt.

Dramatisches Busunglück

Die Nachricht, dass ein Bus mit einem Lkw im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld zusammengestoßen ist und es mehrere Schwerverletzte gibt, macht im Bezirk schnell die Runde: Die Insassen sollen einer Senioren- oder Pensionistengruppe aus Hollabrunn angehören.

Es handelt sich um den Verein „Aktive Senioren Hollabrunn“ rund um Obmann Fritz Wagner. Der sitzt bei dem Unfall in der ersten Reihe und schildert der NÖN, was er erlebt hat: Es ist gerade Halbzeit der Sechs-Tage-Reise in die Oststeiermark. Die Straße ist nass. In einer Linkskurve bei Untertiefenbach kommt ein Lkw entgegen, dessen Anhänger auf die Gegenfahrbahn ausbricht. „Wenige Sekunden gab es noch die Hoffnung eines Zurückpendelns, deswegen steuerte unser Chauffeur den Bus ganz nach rechts und stoppte“, erzählt Wagner.

Wagner Unfall
Fritz Wagner, Reiseleiter und Obmann der Aktiven Senioren Hollabrunn (links). Maria Autrieth sitzt bei dem Unfall hinter dem Bus-Chauffeur und sieht ebenfalls alles genau (rechts).
Foto: Reiterer, Schuler

Doch die Hoffnung tritt nicht ein. Der Anhänger kracht gegen die Busfront. „Unser Bus neigte sich im Zeitlupentempo und kippte dann schlagartig um. Es gab einen heftigen Aufprall, alle Scheiben der rechten Seite zersplitterten“, erinnert sich Wagner. Dabei werden viele der Reisenden verletzt.

Eine davon ist die Hadreserin Maria Autrieth. Sie sitzt im September hinter dem Buslenker und sieht den Sattelschlepper auf den Bus zukommen. „Das war der schlimmste Moment meines Lebens“, schildert Autrieth. „Ich dachte, jetzt ist es aus mit mir.“ Sie erinnert sich, dass nach dem Umkippen eine Panik unter den Fahrgästen ausgebrochen ist. „Ich habe nur die Leute schreien gehört, und weil die Scheiben alle zerbrochen waren, war so viel Blut rundherum.“ Sie selbst zieht sich eine Rippenprellung zu. Manche Reiseteilnehmer erwischt es schlimmer, doch Todesopfer ist keines zu beklagen. Wagner und Autrieth sind sich einig: Die Rettungskette hat perfekt funktioniert.

Almhütte im Pulkautal

Der Bezirk Hollabrunn hat nun eine Alm, nämlich die „Zwergerl-Alm“ in Jetzelsdorf. Familie Nawara schafft hier eine Oase der Erholung für Besucher und Tiere – samt Almhütte – und erfüllt sich damit einen Traum.

Keine Volksbefragung nötig

Eigentlich soll das Volk entscheiden, ob das Göllersdorfer Rathaus neu gebaut oder saniert wird. Doch die Gemeinde kann Gebäude dazukaufen und ein Konzept vorlegen, mit dem alle zufrieden sind: Es wird neu gebaut, eine Befragung gibt es nicht.

Petitionen für bessere S 3

Vor Sperren der Weinviertler Schnellstraße graut den Göllersdorfern, denn dann werden täglich 15.000 Fahrzeuge durch die Orte umgeleitet. Für 2024 ist die Generalsanierung der Brücke Großstelzendorf ins Auge gefasst. Ein Anlass für die Gemeinde, einen Ausbau des schmalen Bereichs zwischen Göllersdorf und Großstelzendorf zu fordern. Eine Resolution wird verfasst, Petitionen zum Ausbau im Streckenabschnitt Göllersdorf-Großstelzendorf werden von SPÖ und FPÖ – sie fordert den vierspurigen Ausbau – initiiert. Der Petitionsausschuss des Parlaments beschäftigt sich damit und holt Expertenmeinungen ein. Diese sprechen sich ebenfalls für einen Ausbau aus.

Retzer Bank wird überfallen

Ein maskierter Mann legt der Raika-Mitarbeiterin im Mai einen Drohbrief hin und hält ihr eine Pistole vors Gesicht. Er erbeutet 43.000 Euro, wird Wochen später gefasst. Vor Gericht sagt der Tscheche, er befinde sich in einer finanziellen Notlage. Der Schöffensenat urteilt: fünfeinhalb Jahre Haft wegen schweren Raubs.

Ylvie-Mühle ist eröffnet

Familie Pfeifer schafft nach einem Schicksalsschlag eine Ruhe-Oase für Schädel-Hirn-Trauma-Patienten in einer ehemaligen Mühle in Breitenwaida.

Retz bekommt Stadthotel

Nora Zaiser von der Immobilienfirma FAWE wird das künftige Hotel, das im denkmalgeschützten Sgraffitohaus am Retzer Hauptplatz entsteht, leiten. Das ehemalige Postgebäude wird ebenfalls umgestaltet. Im Erdgeschoß beider Häuser soll der Handel eine zentrale Rolle spielen. Der Zeitplan für das Hotel ist stramm: Bis zum Frühling, spätestens aber im Sommer 2022 soll es stehen.

Göllersdorf hat neue Ordination

Die Arzt-Geschwister Maria und Josef Fehrmann sind in ihre neue Gruppenpraxis in die Göllersdorfer Bachgasse gezogen. Diese ist modern, barrierefrei, hell und hat eine Hausapotheke.

JUFA-Hotel hat neuen Direktor

Kesho Singh heißt der neue Direktor des JUFA-Hotels Weinviertel in der Eselsmühle in Seefeld-Kadolz. Er löst Hoteldirektor Andreas Gindl-Neubauer ab. Singh hat die Hotellerie und Gastronomie von der Pike auf gelernt und wechselt vom Hotel am Schubertring ins nördliche Weinviertel.

Erste Polizeichefin in Göllersdorf

Sonja Wegl war 15 Jahre lang Stellvertreterin von Herbert Poisinger, der seinen Ruhestand antritt. Sie steht nun an Spitze der Göllersdorfer Polizei und ist somit erste Postenkommandantin im Bezirk.

Schloss Ruegers bekommt neue Schlossherren

Künstler Gottfried Helnwein und Immobiliendeveloper Klemens Hallmann haben gemeinsam das traditionsreiche Schloss Ruegers in Riegersburg erworben. Nach einer nachhaltigen Sanierung, Photovoltaik und Erdwärme inklusive, ist im Barockschloss ein Ort der Kreativität und des kulturellen Schaffens geplant.

Feuerteufel wütet in Hollabrunn

Die Holzhütte bei der Volksschule sowie die Toilettanlagen beim Motorikpark brennen. Ihren Höhepunkt findet die Serie von gelegten Bränden, als die Fassade der Mittelschule auf der Seite der Bachpromenade in Flammen steht. Der Schaden wird mit 300.000 bis 400.000 Euro beziffert.

Neuer Geschäftsführer für die Amethyst Welt Maissau

Nach Differenzen mit der Stadtgemeinde, die Mehrheitseigentümer der Amethyst Welt ist, zieht sich Josef Sparrer als Geschäftsführer zurück. Ein Nachfolger ist mit Christian Riedl gefunden.

Weinviertel-Tourismus-Chef muss gehen

Es ist ein Paukenschlag: Hannes Weitschacher wird 2022 nicht mehr Geschäftsführer der Weinviertel Tourismus GmbH sein. Der Retzer fällt im Auswahlverfahren durch. Seinen Platz nimmt Hannes Steinacker ein.

9 Plätze – 9 Schätze: Hollabrunn ist Landessieger

Der Jubel ist riesig: Bei der ORF-Aktion „9 Plätze – 9 Schätze“ geht die Sitzendorfer Kellergasse in Hollabrunn mit ihrem vielfältigen Themenweg rund um die Kellerkatze als Landessieger hervor und zieht ins Finale ein. Dort gewinnt der Wiegensee in Vorarlberg.

Bezirkshauptmann zieht weiter, neuer kommt

Andreas Strobl ist über vier Jahre Chef der BH Hollabrunn, ehe er mit Dezember nach Korneuburg wechselt. Mit Karl-Josef Weiss kehrt ein bekanntes Gesicht zurück nach Hollabrunn: Der neue Bezirkshauptmann war hier bereits als Stellvertreter im Einsatz.

Konditorei und Lebzelterei schließt nach 108 Jahren

Der Maissauer Konditormeister Martin Schmid findet keinen Nachfolger für den Betrieb. Der Traditionsbetrieb mit Kaffeehaus schließt. Nur die Wachswarenerzeugung läuft bis März weiter, damit sich die Pfarren mit Kerzen eindecken können.

Guntersdorf hat große Pläne

Eine Ordination mit betreubarem Wohnen; Reihenhäuser und Wohnbau am Meierhof-Areal sowie ein Nahversorgerzentrum, im Endausbau ebenfalls mit Wohnungen, sollen in den nächsten fünf Jahren entstehen.

Video aus Felling geht viral

Die Hardegger Katastralgemeinde ist auf einen Schlag berühmt, als Ortsvorsteherin Sabine Deckenbach ihrem Ärger über den Lockdown für Ungeimpfte Luft macht und ihrer eigenen Partei (ÖVP) im Bund Hetze vorwirft. Sogar FPÖ-Chef Herbert Kickl lobt sie via Facebook dafür.

Wechsel im Retzer Rathaus

Helmut Koch tritt als Bürgermeister zurück. Sein bisheriger Vize Stefan Lang wird von der Mehrheit der Gemeinderäte zu Kochs Nachfolger gewählt. Mit Eva Heilinger bekommt Retz eine Vizebürgermeisterin.