Ziersdorf

Erstellt am 22. Januar 2017, 06:34

von Christian Pfeiffer

Vavra im Interview: Wie komisch ist Revolution. Ein Stammgast des Konzerthauses, Helmuth Vavra, kommt mit seinem neuen Programm „Che GueVavra: Der Rebell ist in dir“.

Ganz im Stil des Revolutionärs Che: Helmuth Vavra .  |  NOEN, Renner

In seinem zweiten Solo-Programm „Che GueVavra“ versucht „Heilbutt&Rosen“- Mastermind Helmuth Vavra Fragen zu klären wie: „Wie viele Revolutionen sind schon in Kinderzimmern von milchgesichtigen Pubertierenden ausgerufen worden?“ oder „Wie vielen hat Arafats Palästinenserschal auf dem Schulhof zum Gefühl der Größe verholfen?“ Für die NÖN eine Aufforderung, sich ihrerseits mit Fragen an den kabarettistischen Revolutionär Helmuth Vavra zu wenden.

NÖN: Wie viel Revolutionär steckt in Ihnen selbst?

Vavra: Ich arbeite daran, die Ecken und Kanten, die mir das Leben abgehobelt hat, wiederzugewinnen. Vielleicht hilft mir das aktuelle Programm, doch noch ein richtiger Che GueVavra zu werden.

Wie viele Revolutionen haben Sie vermisst in Ihrem Leben?

Ich wäre als junger Mensch immer gerne ein wenig revolutionärer gewesen. Vielleicht habe ich mich gerade deswegen am Ende meines Jus-Studiums für den Weg des Kabarettisten entschieden.

Taugt eine zwiespältige Figur wie Che Guevara fürs Kabarett?

Ein bisschen Revolutionär steckt doch in jedem von uns. Gerade wenn man die 50 erreicht hat, beginnen einen viele Dinge maßlos zu stören, die man zuvor jahrelang ungefragt akzeptiert hat. Also, jeder hat einen kleinen Revolutionär in sich. Wie der heißt, ist eigentlich egal.

Was ist die komische Seite dieses Revolutionärs?

Che GueVavra ist ein Konservativer mit einem revolutionären Herz. Sein Widerstand konzentriert sich aber weniger auf die große Politik, sondern auf die Ungerechtigkeiten des Alltages und des Älterwerdens.

Trifft die Sehnsucht nach einer revolutionären Identifikationsfigur den Zeitgeist?

Der Revolutionär stirbt nie in uns – vielleicht ist er in vorgerücktem Alter sogar stärker ausgeprägt.