Kalmuck, Köllagatsch und Kellergewölbe als Kulturerbe?

„Kellergassenkultur - ein immaterielles Kulturerbe“ lautet der Titel des dritten Kellergassen-Kongresses, der am 28. Oktober in Röschitz stattfinden wird. Der Verein „KellergassenführerInnen im Weinviertel“ unter Obmann Joachim Maly hat mit der Agrar Plus GmbH das Programm dafür zusammengestellt. Dieses dient gleichzeitig als Basis für die geplante Einreichung der „Kellergassenkultur“ als immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO.

Erstellt am 10. Oktober 2021 | 20:09
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Um „Kellergassenkultur – als immaterielles Kulturerbe“ dreht sich der Kongress am 28.10. Kellergassenführer Herbert Krautwurm erklärt hier anschaulich das Kulturerbe.
Foto: Michael Himml/KellergassenführerInnen Weinviertel

Insgesamt gibt es bereits über 630 Kellergassenführer, die sich in ihren Heimatorten mit der Nutzung der Presshäuser und Keller beschäftigen. Was sind die wichtigsten Bestandteile unserer Kellergassenkultur und welche Aspekte machen sie so einzigartig? Die Vortragenden beim Kongress widmen sich diesen Fragestellungen.

Caroline Jäger-Klein von der TU Wien und Gerold Eßer vom Bundesdenkmalamt werden eingangs den Unterschied zum materiellen UNESCO-Weltkulturerbe darlegen. Die Germanistin Elisabeth Arnberger geht den Spuren der Winzersprache nach und der Historiker Erich Broidl nähert sich dem Kellerleben vor der Mechanisierung an. Die Weinbräuche und die Volkskultur beleuchtet der Kulturhistoriker Johann Werfring. Norbert Hauer wird schließlich das „Liedgut rund um Wein & Keller“ intonieren.

Von Struxhosen bis Löss- und Lehmkunst

In fünf parallel laufenden Workshops am Nachmittag wird es dann erst so richtig bunt. Einer beschäftigt sich mit „Kalmuck, Dirndl, Struxhosen & Fiata“, in einem anderen lernt man „Keller-Handwerkstechniken“ kennen und ein Workshop widmet sich mit „Köllagatsch & Winzerjause“ den kulinarischen Kellergeheimnissen. Die Kellergassen digital bekannt zu machen, lernt man in einem anderen Workshop und die Kunstwerke aus Löss und Lehm werden im Weber-Keller bestaunt. Sämtliche Workshops finden in den Kellern rund um den Veranstaltungsort, das W4 in Röschitz, statt.

Wer dann noch immer nicht genug hat, der kann im Anschluss an die Tagung noch eine Kellergassenführung in Röschitz unternehmen.

Programm und Anmeldung für den ganztägigen Kongress (9 bis 17 Uhr): http://akademie.agrarplus.at oder 02952/35223. Kosten: 49 Euro.