Erstellt am 25. Juni 2013, 00:00

Keine Pension wegen des Windparks Nord?. Nationalpark-Direktor hadert / Robert Brunner könnte in den Ruhestand treten. Doch aktuelle Umstände machen die Entscheidung hart.

 |  NOEN, RaumUmwelt® Planungs-GmbH
Von Christoph Reiterer

HARDEGG / Robert Brunners Vertrag als Direktor des Nationalparks Thayatal läuft aus. Alle fünf Jahre wird die Geschäftsführung der Nationalpark Thayatal GmbH mit Sitz in Hardegg – in gleichen Teilen im Eigentum von Bund und Land – neu ausgeschrieben. Brunner wird heuer 65, er könnte in den Ruhestand treten. Könnte …

Am 30. Juli endet die Bewerbungsfrist. Robert Brunner überlegt, ob er nun doch noch einmal ins Rennen geht. Denn: „Was mir Sorgen macht, sind die Umstände, die jetzt auf den Nationalpark einprasseln.“ Definitiv entschieden habe er sich jedenfalls noch nicht. Man geht eben nicht gerne in schwierigen Zeiten.

Die angesprochenen „Umstände“ betreffen zum einen den Windpark Nord, den die Bundesforste mit bis zu 26 Windrädern – teilweise im Waldgebiet – in den Gemeinden Hardegg, Langau und Weitersfeld errichten wollen. Für Brunner allein schon aus Naturschutzgründen ein Unding. Außerdem entdeckte der Nationalparkdirektor auf der Homepage des tschechischen Umweltinformationsbüros eine Karte, in der sogar 31 Windrad-Standorte eingezeichnet sind. „Einer der Standorte ist übrigens knapp neben einem Seeadlerhorst.“

Dass das Planungsbüro nicht einmal den Nationalpark richtig schreiben könne (Thayaauen), sei nur ein zusätzlicher Fauxpas.

„Das ist ein veralteter Planungsstand. Aktueller Planungsstand sind, wie bei den Informationsveranstaltungen vorgestellt, maximal 26 Windenergieanlagen, wobei auch diese Zahl nur eine mögliche Zahl darstellt, abhängig vom weiteren Projektverlauf und den Genehmigungsverfahren“, erklärt Pia Buchner, Sprecherin der Österreichischen Bundesforste, auf NÖN-Anfrage.

Abseits der Windkraft-Debatte erwartet Brunner außerdem eine Hochwasserschutz-Diskussion, die auch den Nationalpark Thayatal betreffen könnte. Er ortet „genauso viel Bedrohung wie bei der Windkraft“. Bis Ende des Jahres hat Brunner noch Zeit, als Direktor Akzente zu setzen. Ob das reicht?

Trotz Widmungsstopp des Landes agiert indes auch die Bürgerinitiative Thayatal unermüdlich gegen den Windpark Nord. In einem von Franz Kraus und Helmut Salek unterzeichneten Flugblatt, das auch an Erwin Pröll und Landesrat Stephan Pernkopf übermittelt wurde, wird an die Bevölkerung appelliert, ablehnende Haltung zu demonstrieren, solange die Umwidmungsverträge für die Potenzialflächen noch nicht unterzeichnet seien.