Hollabrunn: Verbrenner dominieren noch lange. Hollabrunner Händler sehen keinen neuen Trend, aber Ungewissheit.

Von Sandra Frank und Christoph Reiterer. Erstellt am 22. Januar 2020 (05:33)
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Mit einem Anteil von 5,2 Prozent war der Bezirk Waidhofen/Thaya im Vorjahr der NÖ-Spitzenreiter, was die Neuzulassung von E-Autos (45 an der Zahl) betrifft. Mit 2,1 Prozent (29 Stück) findet sich der Bezirk Hollabrunn im hinteren Feld dieser Statistik wieder. Insgesamt wurden hier 1.362 Pkws neu angemeldet, wie die aktuelle Analyse zeigt. Die NÖN hörte sich bei Händlern in Hollabrunn um, wie es um die Lage am Automarkt bestellt ist.

Markus Hager bezeichnet Diesel-Krise als „schwieriges Thema“.
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Markus Hager, der in seinem Autohaus am Gewerbering die Marken Mazda, Renault und Dacia vertreibt, sieht bei seinen Kunden spürbares Interesse an E-Autos, aber: „Da der Ausbau der Lademöglichkeiten noch nicht flächendeckend ist und der Preis gegenüber einem Modell mit Verbrennungsmotor noch deutlich höher ist“, werde es noch dauern, bis sich der Trend durchsetzt, meint der Geschäftsmann.

Als „schwieriges Thema“ bezeichnet er die Diesel-Krise. Warum? „Weil der Konsument permanent durch die inkompetenten Meldungen in Medien teilweise verunsichert wird.“

NOEN

Dabei würde ein eventuelles Fahrverbot in Städten nur alte Dieselmodelle betreffen. In seinem Betrieb werden mehr gebrauchte als Neuwagen verkauft. Der Autohauschef ist mit der Entwicklung des Marktes generell zufrieden. Aber, so beklagt er: „Leider gibt momentan die Politik Entwicklungen vor, die nicht durchdacht sind.“ Einen konkreten Zukunftsmarkt sieht Hager nicht vor sich. „Der Kunde kann in Zukunft einfach mehr auswählen, etwa zwischen Verbrenner, Elektro, Hybrid und einigen anderen.“

Übrigens: Bei den Pkws schaffte der Dacia die 100-Stück-Marke bei den Neuzulassungen, folgt von Renault (74) und Mazda (62).

Von Euphorie ist bei Reinhard Thürr, Spartenleiter im Raiffeisen-Lagerhaus Hollabrunn, keine Spur. Als Neuwagenhändler hat man sich hier auf die Marken Peugeot (100 Neuzulassungen 2019), Citroen (27) und Nissan (15) spezialisiert. Was E-Autos betrifft, gebe es zwar viele Nachfragen, jedoch keine Abschlüsse. Die Dieselkrise habe man indes kaum gespürt, so Thürr, wenngleich schon mehr Benzinmodelle verkauft worden seien.

Die Frage nach der Zufriedenheit mit der Entwicklung am Automarkt beantwortet der Spartenleiter kurz und knapp: „Gar nicht!“ Einen Zukunftsmarkt sieht er im SUV-Bereich. Den Anteil des Geschäfts mit Neuwagen gegenüber den Gebrauchtwagen beziffert Thürr mit rund 40 Prozent.

Jürgen Sauberer ortet 2020 als spannendes Jahr für denAutomarkt.
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„2019 war sehr gut für uns“, klingt der Hollabrunner Autohaus-Chef Jürgen Sauberer da wesentlich zufriedener. Er ist auf die Marke Ford spezialisiert, die es im Bezirk mit 149 verkauften Neuwagen hinter VW auf den zweiten Platz geschafft hat. Aber, so Sauberer: „2020 wird’s spannend werden, weil die Leute verunsichert sind.“

Ford und Suzuki sind derzeit bei den Hybrid-Modellen gut gerüstet, reine E-Autos werde es erst Ende des Jahres im Angebot geben, erklärt der Fachmann, der den Trend zum E-Auto schaumgebremst sieht; nicht zuletzt aufgrund der Debatte um die mangelnde Umweltfreundlichkeit der Batterien. „Es wird noch sehr lange Verbrennungsmotoren geben“, sagt Sauberer. Die Diesel-Krise habe er indes gar nicht gespürt, gerade bei größeren Modellen sei der Diesel weiterhin sehr gefragt.

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