Gemeinderatsdebatte: Essen die Kinder gesund genug?. Wenn schon die Kosten fürs Kindergartenessen steigen, dann soll auch der Standard steigen, meinen die Hollabrunner Grünen.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 30. Dezember 2020 (04:55)
Izabelle Auner von den Grünen stieß die Diskussion an.
Die Grünen

Das Essen in Hollabrunns Kindergärten wird von vielen Eltern als unausgewogen und nicht im Sinne moderner Ernährungswissenschaft wahrgenommen. Das unterstrich Grünen-Gemeinderätin Izabelle Auner im Rahmen der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres.

Fleischlastig, kaum Gemüse und wenn, dann in Essig getränkt: „Gerade bei den Kleinsten muss uns als Gemeinde eine gesunde Ernährung etwas wert sein“, sagt Auner und verweist auf die „Tut gut!“-Initiative des Landes mit Leitlinien, die nach ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtet sind. „Das Land Niederösterreich kann nicht gerade als grüne Vorfeldorganisation bezeichnet werden. Ich bin daher enttäuscht, dass die Hollabrunner ÖVP den Leitlinien bei der Ernährung unserer Kleinsten nichts abgewinnen kann.“ Einem entsprechenden Antrag der Grünen wurde jedenfalls eine Absage erteilt.

Auner plädierte zudem für die vermehrte Verwendung von Bio-Lebensmitteln. „Bei ökologisch produzierten Lebensmitteln kann man davon ausgehen, dass keine Pestizidrückstände bzw. Antibiotika in den Fleischprodukten enthalten sind. Gerade die öffentliche Hand muss sicherstellen, dass langfristige Schäden, die durch solche Rückstände entstehen können, verhindert werden.“

Bürgermeister: Keine Beschwerden bekannt

Die Grünen forderten in ihrem Antrag außerdem, dass das Fortbildungsprogramm „Vitalküche“ für interessierte Pädagogen seitens der Gemeinde unterstützt wird. Eine Erhöhung der Kosten für das Kindergartenessen von 3 auf 4 Euro sei ohne eine Hebung der Standards jedenfalls nicht gerechtfertigt.

Der zuständige Bürgerliste-Stadtrat Wolfgang Scharinger (das Essen wird im Studentenheim zubereitet) betonte, dass laufend kontrolliert und Rücksprache gehalten werde. Regionale Produzenten seien eingeladen worden, Bioprodukte zu liefern. Doch da fehle die Resonanz. Auch deshalb, weil die Regeln von der Eurest GmbH vorgegeben werden, mit der es eine Vereinbarung für die Anlieferung der Verpflegung gibt.

Zur Preiserhöhung betonte ÖVP-Finanzstadtrat Kornelius Schneider, dass lediglich der Einkaufspreis weitergegeben werde, die Gemeinde nichts daran verdiene. Bezüglich der Qualität und Ausgewogenheit des Essens bat ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky, Anliegen bekannt zu geben. Aktuell gebe es schlichtweg keine Beschwerden.

Umfrage beendet

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