Weinviertler Festspiele: Gezeter vor großer Oper. Geht Wagners „Ring der Nibelungen“ im Juli in Limberg in Szene?

Von Werner Kraus. Erstellt am 25. Februar 2021 (04:32)
Bei den Weinviertler Festspielen 2020 in Mikulov: Matthias Fletzberger, Eva Walderdorf und Peter Svensson.
Werner Kraus

Im Sommer vorigen Jahres hat Heldentenor Peter Svensson als Intendant die Weinviertler Festspiele ins Leben gerufen. Bis auf eine Kinderveranstaltung und einen Galaabend wurden diese in der Arena in Mikulov (Südmähren) abgehalten.

In den letzten Wochen mehrten sich die Klagen von Künstlern, dass sie entweder kein Geld für ihre Leistung bekamen oder sogenannte Abschlagszahlungen akzeptieren mussten. Was bedeutet das für Richard Wagners „Ring des Nibelungen“, der im Juli in der Felsenarena von Limberg über die Bühne gehen soll?

2020 wurden die Weinviertler Festspiele über einen Verein ausgerichtet. Peter Svensson war Intendant, Society-Lady Eva Wal-derdorff war Festspielpräsidentin und Matthias Fletzberger der musikalische Leiter. Laut Wal-derdorff haben die heuer geplanten Festspiele in der Felsenarena Limberg nichts mit dem Verein zu tun, weil sie mit einer neu gegründeten GmbH organisiert sind.

Maissaus Bürgermeister Josef Klepp ist sehr skeptisch, was die tatsächliche Umsetzung des Festivals in Limberg betrifft. „Ich kann es mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Es gibt bisher keine Betriebsstättengenehmigung. Ein Konzept habe ich ebenfalls noch nicht gesehen.“ Er sei aber freilich kein Fachmann und wisse nicht, was die Künstler noch alles auf die Beine stellen.

Bereits zwei Jahre vor dem Mikulov-Programm wollte Peter Svensson im Steinbruch in Falkenstein (Bezirk Mistelbach) Wagner-Festspiele organisieren, die aber nicht zustande kamen. So kämpfen neben Künstlern auch Marketingexperten um ihr bereits ausgelegtes Geld. Schon damals wurde Professionalität eingefordert. Ein Festival sei nicht innerhalb von zwei oder drei Wochen zu organisieren.

Jetzt regt sich aktiver Widerstand und die Sache geht vor Gericht. Peter Svensson und Eva Walderdorff waren zu den Vorwürfen nicht zu erreichen. Aus dem Umfeld der Bewegung „art but fair“ haben sich private Unterstützer entschlossen, bei den Verfahrenskosten unter die Arme zu greifen und mit den fragwürdigen Verträgen vor Gericht zu gehen. Sie wollen damit auch erreichen, dass nicht noch weitere Künstler von derartigen Vereinbarungen mit Peter Svensson betroffen sind.