Marsch für die Zukunft in Göllersdorf. Die Initiative „Göllersdorf for Future“ lud zum Klimaspaziergang und feierte ersten Geburtstag.

Von Christiane Fürst. Erstellt am 23. September 2020 (04:35)
Es war bereits der zweite Klimaspaziergang zur Ortstafel, zu dem die Initiative „Göllersdorf for Future“ aufgerufen hatte. Weil diese genau vor einem Jahr gegründet worden ist, wurde der Geburtstag mit regionalen Schmankerln und einem „Happy Birthday“-Ständchen nach dem Spaziergang gefeiert.
Christiane Fürst

Etwa 20 Personen folgten dem Aufruf der Gruppe „Göllersdorf for Future“ und marschierten vergangenen Freitag zur Ortstafel in der Hollabrunnerstraße. Damit solle die Politik inspiriert werden, mit Mut und Weitblick zu denken und innerhalb der Gemeinde mehr Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen.

„Täglich werden 13 Hektar Boden verbaut, das entspricht einer Fläche von 18 Fußballfeldern“, stellt Christian Novak, einer der Organisatoren, die derzeitige Klimapolitik an den Pranger. Dieser Trend sei viel zu hoch, was sich auch im ungleichen Verhältnis zum Bevölkerungswachstum zeige: In den vergangenen 20 Jahren komme auf 9 % Bevölkerungswachstum eine Steigerung der verbauten Fläche von 26 %. Diese Entwicklung sei ein Grund, warum die überparteiliche Gruppe „Göllersdorf for Future“ vor einem Jahr gegründet worden ist.

Klimaschützer feiern im ersten Jahr Erfolge

Seitdem hat die Gruppe einiges an Aufklärungsarbeit geleistet: In Vorträgen konnten die Mitglieder „interessante und wichtige“ Informationen weitergeben. Der im Sommerkino gezeigte Film „Rettet das Dorf“ machte auf die Folgen aussterbender Dörfer aufmerksam.

Grund zur Freude gibt es für die Klimaschützer in vielerlei Hinsicht: Beispielsweise wurde in Göllersdorf das Klimaschutz-Volksbegehren von vielen Bürgern unterzeichnet; und die Initiative zu Blühstreifen in der Landwirtschaft wird bereits von zwei Landwirten unterstützt.

An zwei weiteren Initiativen – zu den Themen Photovoltaik und Blühflächen in Privatgärten und auf ungenützten Flächen – arbeitet „Göllersdorf for Future“ vehement. Die Gruppe beteilige sich stets an österreichweiten Organisationen von „Fridays for Future“, wie der Schildermeeraktion im Mai oder eben jetzt zum zweiten Mal an der „Ortstafelaktion“.

Zur Ortstafel in der Hollabrunnerstraße spazierten diesmal rund 20 Personen. Im Vorjahr waren es noch 60. Warum diese Zahl zurückgegangen ist? „Das Thema war letztes Jahr noch um einiges – auch in den Medien – präsenter“, erklärt die Gruppe. Durch die Corona-Pandemie seien einige Themen in den Hintergrund gerückt. Dennoch, die Freude über die Unterstützer ist groß. Darunter ließen sich auch die Gemeinderäte Stefan Hinterberger (SPÖ) und Shurga Schrammel (Bürgerliste) finden.

Einsatz für einen „sozial gerechten Klimaschutz“

Hinterberger beteiligte sich, weil ihm das Thema sehr wichtig sei: „Wir haben durch Corona gesehen, wie wichtig Klimaschutz und Regionalität sind und was passiert, wenn keine Medikamente aus China kommen können.“ Im Gemeinderat möchte er sich deswegen für den „sozial gerechten Klimaschutz“ einsetzen. „Die Ärmsten dürfen nicht auf der Strecke bleiben.“

Für Schrammel sind Klima und Soziales Herzensangelegenheiten. Sie befürwortet die Initiative der Blühwiesenstreifen in der Gemeinde, weil es eine „total wichtige und innovative“ Idee sei, die den Bienen und Insekten Lebensraum gebe.

In der Gemeinde finde sie wichtig, dass der Göllersdorfer Hauptplatz klimatechnisch überdacht wird. „Nur Bäume hinstellen ist zu wenig“, weist die Mandatarin darauf hin, dass ein gutes Konzept am heißesten Platz im Ort viel wert ist. „Man muss in der Tiefe überlegen, wie der Ortskern klimatechnisch ‚bombig‘ sein kann.“

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