365 Euro für das tägliche Chaos. Über eine Strecke, für die es gute Nerven braucht.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 10. Juli 2019 (03:55)

Die Facebook-Gruppe der leidgeplagten Nordwestbahn-Pendler zwischen Retz und Wien ist aktuell ein Dauerbrenner. Wenn man denkt, schlimmer geht‘s nicht mehr, kommt von irgendwo ein neues Problem daher. Teils massive Verspätungen sind an der Tagesordnung. Bestätigt fühlen sich jene, die weiterhin oder wieder aufs Auto vertrauen. Gleichzeitig wird nun von der SPÖ Niederösterreich die Forderung nach einem 365-Euro-Jahresticket befeuert.

Die rote Feststellung, dass ein leistbares Öffi-Ticket zum Umsteigen auf die Bahn bewegt und sich verantwortungsvolle Politik dem umweltfreundlicheren öffentlichen Verkehr widmen muss, wird unwidersprochen bleiben.

Dass es die Grünen wurmt, dass die SPÖ „ihr“ 365-Euro-Ticket im blau-gelben Arbeitsübereinkommen mit der ÖVP nicht zur Bedingung gemacht hat, versteht sich. Es versteht sich aber auch, dass vielen selbst 365 Euro noch zu teuer sind, wenn das Chaos regiert, und die Zugfahrt regelmäßig zur Odyssee wird.