Eine Frage der Wertigkeit?. Über die versäumte EU-Wahl-Frist in Wullersdorf.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 22. Mai 2019 (02:19)

Wer seine Hausaufgaben erst mit 25-tägiger Verspätung macht, wird (mindestens) einen Tadel vom Lehrer kassieren; egal, wie gut der Schüler trotz allem auf die Schularbeit vorbereitet sein mag. Ausgerechnet in der Gemeinde des ÖVP- und SPÖ-Bezirksvorsitzenden wurde nun die obligatorische Sitzung der Gemeindewahlbehörde nicht bis zur Frist am 26. April durchgeführt, sondern erst sechs Tage vor der EU-Wahl. Es ist ein Versäumnis, das irgendwie in das Bild passt, dass die EU-Wahl – trotz aller Appelle, wie wichtig sie für unsere Zukunft ist – immer noch einen untergeordneten Stellenwert hat.

Zwar lag der Bezirk Hollabrunn bei der EU-Wahl 2014 mit einer Beteiligung von 59 Prozent noch deutlich über dem NÖ-Schnitt; zum Vergleich betrug die Beteiligung bei der Nationalratswahl 2018 allerdings 85 Prozent. Aber vielleicht erregt Wullersdorf jetzt wenigstens so viel Aufmerksamkeit, dass am Sonntag die 60-Prozent-Marke geknackt wird.