Kampf um den Vize startet. Über die angesagte Neuaufstellung der Retzer SPÖ.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 09. Oktober 2019 (03:38)

Dass die Retzer ÖVP nach den nicht erwiesenen Sexismus-Vorwürfen gegen den Bürgermeister den Rücktritt von SPÖ-Stadträtin Elisabeth Germann fordern würde, war nicht schwer zu erraten. Die Reaktion der roten Stadtpartei auch nicht. Denn die hatte von Beginn an keine Ambition gezeigt, sich hinter die wohl nicht mehr lang amtierende Nummer zwei der „SPÖ – Liste Kliegl“ zu stellen. Für die Zukunftsplanungen der Retzer Roten ist das bloß ein personeller Nebenschauplatz, denn sie müssen ihren scheidenden Vizebürgermeister Alfred Kliegl adäquat ersetzen. Schwer genug.

Solange die ÖVP-Abspaltung „Wir für Retz“ aktiv ist, hat die SPÖ die Möglichkeit, in einer renommierten Weinviertler Stadt eine (mit-)tragende Rolle zu spielen. Es wäre schon überraschend, würde die Konstellation nach der Gemeinderatswahl 2020 nicht wieder einen roten Vizebürgermeister ermöglichen. In Zeiten roter Basiserschütterungen wäre eine Verfehlung dieses Ziels doppelt erschütternd.