Knapp daneben ist auch vorbei. Über den SC Retz und den Traum vom Titel.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 17. April 2019 (02:41)

Eine Woche zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt – das erlebte der SC Retz in der 1. Landesliga. Nach dem Sieg im Schlager über Stripfing gab es keine sieben Tage später eine Pleite in Krems – und die ohnehin kleine Titelchance ist gegen null geschrumpft. Zudem deckte das 0:2 schonungslos die Schwächen der Retzer auf. Erstens: der dünne Kader. Zweitens: die offensive Abhängigkeit von Jan Schulmeister. Und drittens, dass das zweifelsohne vorhandene Potenzial einfach nicht konstant genug abgerufen werden kann. Daran gilt es zu arbeiten, wenn nächstes Jahr der Meisterteller her soll.

Oder sollte in diesem Fall von „muss“ gesprochen werden? Denn die aktuelle „Goldene Gener ation“, seit Jahren ein Top-drei-Team der Landesliga, droht am Ende mit leeren Händen, sprich ohne Titel, dazustehen. Immer knapp daneben ist letztlich auch vorbei. Und angesichts des Alters von Schulmeister (33 Jahre), Flo Anderle (28) oder Ferdinand Weinwurm (29) sollte in naher Zukunft auch eine Verjüngungskur eingeleitet werden. Mit anderen Worten: Steigt Stripfing auf, ist Retz nächstes Jahr ein großer Titelfavorit und die Chance auf Platz eins so groß wie nie. Das gilt es, im Auge zu behalten. Nicht nur von der Mannschaft, sondern ganz besonders auch von den Vereinsverantwortlichen.