Geplänkel, ob Jubel erlaubt ist. Über die Nordwestbahn, deren Ausbau nun geplant werden soll.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 21. Oktober 2020 (05:00)

Die Grünen freuen sich bereits auf einen Öffi-Boom im Bezirk Hollabrunn, die Roten sind sich sicher, dass es eh wieder nix wird, und die Schwarzen verweisen darauf, dass es beim S 3-Ausbau vom ersten Plan bis zur Realisierung mehr als 50 Jahre gebraucht hat. Willkommen im Ringen darum, wer beim Ausbau der Nordwestbahnstrecke politische Lorbeeren ernten darf – oder eben auch nicht. Scharmützel, die für den geneigten Beobachter der jahrelangen Diskussionen dazugehören.

Was sich nicht wegdiskutieren lässt: Unter der grünen Verkehrsministerin ist der zweigleisige (Teil-)Ausbau der Nordwestbahn erstmals nicht ignoriert worden. Es wird Geld dafür in die Hand genommen. In einem Bezirk, in dem die Grünen überhaupt nur in zwei Gemeinden vertreten sind, muss das die Mitstreiter nicht gleich in Gefechtsbereitschaft versetzen. Es wird ohnehin lange genug dauern, bis dieses Großprojekt auf Schiene ist. Der ÖBB-Rahmenplan umfasst den Zeitraum von 2021 bis 2026. Schön wär’s, wenn wir schon vor 2026 wüssten, wann gebaut wird.