Pendler-Pendel schlägt aus. Über die Einkommensanalyse der Arbeiterkammer.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 04. Dezember 2019 (05:10)

Der Bezirk Hollabrunn ist in der NÖ-Analyse weiterhin Vorletzter bei den mittleren Einkommen – mit Respektabstand zum Drittletzten. Das ist freilich nicht erfreulich, relativiert sich allerdings dadurch, dass in dieser Arbeiterkammer-Statistik nur jene Erwerbstätigen erfasst sind, die ihr Geld auch tatsächlich im Bezirk verdienen. Und das sind weniger als die Hälfte! Um die Kaufkraft ist es also nicht gar so schlimm bestellt, weil die Pendler eben deshalb pendeln, weil sie anderswo besseres Geld verdienen können.

Doch wie verträgt sich dieses Ungleichgewicht eigentlich mit dem aktuellen Zuzug? Allein in der Bezirkshauptstadt wachsen die Wohnbauten fast wie Schwammerln aus dem Boden. Anzunehmen, dass unter den Neubürgern ebenfalls zahlreiche Pendler sind, die auf der ohnehin schon notorisch überlasteten Nordwestbahnstrecke unterwegs sein werden. Dass das Pendel einmal in Richtung neuer Jobs im eigenen Bezirk ausschlägt, ist bis auf weiteres nicht in Sicht.