Stehvermögen ohne Stehsatz. Über einen Lokalpolitiker, der in Hollabrunn polarisiert.

Von Christoph Reiterer. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:38)

Wer 30 Jahre in der Lokalpolitik seinen Mann steht, und das nicht nur als Platzhalter, dem gebührt auf jeden Fall ein ordentliches Maß an Respekt. Und Wolfgang Scharinger, der nun auf dieses Jubiläum stolz sein darf, ist schon ein spezielles Exemplar eines kommunalen Amtsinhabers.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass ihm Stehsätze, wie sie in der Politik so gerne geübt werden, so gut wie nie über die Lippen kommen. Es geht ihm nicht um Fassade. Ortet er Ungerechtigkeit, treibt es ihm den Blutdruck in die Höhe. Seine geradlinige, teils recht deftige Wortwahl bringt ihm Sympathien ein. Manchmal auch Häme und Kopfschütteln. Damit muss man klarkommen, wenn man nur annähernd so lange durchhalten will. Wer wehleidig ist, sollte die (Lokal-) Politik meiden.

Scharinger ist in seiner Art authentisch. Dafür kennt ihn jeder in Hollabrunn, der sich nur ein bisschen mit seiner Heimatgemeinde auseinandersetzt. Und dafür mag man ihn, oder eben auch nicht.